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Trainer kniet mit Taktiktafel auf dem Rasen, zeigt eine 3-3-2-Aufstellung; zwei D-Jugend-Spieler stehen daneben und hören zu, ein Ball liegt im Vordergrund.

9 gegen 9 in der D-Jugend: Aufstellung und Formationen für Trainer

⚽ 9 gegen 9 in der D-Jugend: Spielfeld, Abseits-Regel und die Formationen 3-2-3 und 3-3-2 mit Pro und Contra. Praxisleitfaden für Trainer-Aufsteiger.

Aktualisiert am 15 Min. Lesezeit
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Auf einen Blick

  • Das D-Jugend-Feld misst 70 mal 50 Meter, das Tor ist 5 mal 2 Meter und der Strafraum 12 mal 29 Meter.
  • Im 9 gegen 9 gelten Abseits- und Rückpassregel, die im 7 gegen 7 der E-Jugend noch aufgehoben sind.
  • Die Dreierkette ist das Fundament beider Standard-Formationen, weil sie ballorientiertes Verschieben automatisch trainiert.
  • Das 3-3-2 ist defensiv stabiler und einfacher zu coachen, das 3-2-3 ist offensiver und braucht zwei taktisch reife Sechser.
  • Neue D-Jugend-Trainer starten am besten mit 3-3-2 für drei bis vier Monate, bevor sie auf 3-2-3 wechseln.

Dein Jahrgang ist letzte Saison noch im 7 gegen 7 angetreten, ein Tor war fünf Meter breit, das Feld 55 mal 35 Meter, und Abseits gab es nicht. Jetzt steht der Wechsel in die D-Jugend an, und plötzlich heißt das: 9 gegen 9 auf einem Feld, das fast doppelt so groß ist, zwei zusätzliche Positionen pro Mannschaft, Abseits, Rückpassregel, 2 mal 30 Minuten. Das ist kein 11 gegen 11 mit zwei Spielern weniger, sondern eine eigene Spielform mit eigener Logik.

Dieser Artikel führt dich durch das, was du als neuer D-Jugend-Trainer wirklich wissen musst: die verbindlichen Regeln nach DFB-Jugendordnung, die Ausbildungsziele für diese Altersklasse, die zwei Standardformationen 3-2-3 und 3-3-2 mit Stärken und Schwächen, eine kurze Einordnung der Alternativen, eine Entscheidungshilfe für deinen Kader und einen Vier-Wochen-Plan für den Einstieg.

Vom 7 gegen 7 zum 9 gegen 9: Der Sprung in die D-Jugend

Im 7 gegen 7 der E-Jugend spielen sechs Feldspieler vor einem Torwart, die Abseitsregel ist aufgehoben, das Feld ist überschaubar, und ein Stürmer kann mit drei Sprints am Strafraum stehen. Im 9 gegen 9 sind das acht Feldspieler, das Feld ist rund 70 mal 50 Meter groß, und der schnelle Stürmer steht plötzlich ständig im Abseits, wenn er nicht lernt, sich zurückzustaffeln.

Die DFB-Jugendordnung Anhang IV (Stand 15.07.2024) lässt für die D-Jugend übrigens drei Format-Optionen zu: das klassische 9 gegen 9 „von 16er zu 16er", ein 8 gegen 8 quer auf einer Großfeld-Hälfte (Außenlinie zu Außenlinie) und ein eigenes 7 gegen 7 auf ca. 50 mal 65 Meter. Welches Format dein Verein spielt, gibt der Landesverband vor; das 9 gegen 9 ist seit der bundesweiten Einführung 2011/12 der praktische Standard und bildet den Schwerpunkt dieses Artikels.

Konkret ändert sich für deine Spieler:

  • Die Spielfläche wächst von circa 2.000 auf circa 3.500 Quadratmeter, also rund 75 Prozent mehr Raum
  • Es gibt eine echte Verteidigungslinie, ein Mittelfeld und einen Angriff
  • Abseits gilt, also lernt jeder Stürmer das Timing seiner Laufwege neu
  • Die Rückpassregel zwingt deinen Torwart zum Spielaufbau mit dem Fuß
  • 2 mal 30 Minuten reine Spielzeit erfordern eine Konditionssteuerung, die im 7 gegen 7 niemand brauchte

Das 9 gegen 9 ist vom DFB bewusst als Zwischenstufe konzipiert worden, damit Kinder nicht direkt vom 7er-Format auf das Großfeld geworfen werden. Genau darin liegt deine Aufgabe als Trainer: das Format als eigene Bühne behandeln und nicht als Schmalspur-Großfeld.

Spielfeld und Regeln: Was sich konkret ändert

Die verbindlichen Vorgaben aus der DFB-Jugendordnung (Anhang IV, Stand 15.07.2024) und dem DFB-Implementierungs-Beitrag von Paul Schomann in fussballtraining 8/2011:

MerkmalE-Jugend (7v7)D-Jugend (9v9)C-Jugend (11v11)
Feldgrößeca. 55 × 35 mca. 70 × 50 mca. 105 × 68 m
Tor5 × 2 m5 × 2 m7,32 × 2,44 m
Strafraum10 × 25 m12 × 29 m16,5 × 40,3 m
Strafstoßpunkt9 m9 m11 m
BallGröße 4 (350 g)Größe 4/5 (350 g)Größe 5 (420–445 g)
Spielzeit4 × 15 min2 × 30 min2 × 35 min
Abseitsneinjaja
Rückpassregelneinjaja
Auswechselspielerbeliebigbis zu 5 Wechsel, Rückwechsel erlaubtje nach Klasse

Für den Feldaufbau erlaubt die DFB-Jugendordnung zwei Varianten: „16er zu 16er" auf einem regulären Großfeld (Schomann-Standard: ca. 70 mal 50 m, mit eigenem 12-mal-29-Meter-Strafraum 10 m außerhalb der Strafraumkanten) oder mindestens 50 mal 68 m auf einem reduzierten Großfeld in voller Großfeldbreite. Welche Variante dein Landesverband vorschreibt, steht in seinen Durchführungsbestimmungen. Wie du die bis zu 5 Wechsel über die 2 mal 30 Minuten auf einen 14er-Kader so verteilst, dass jeder Spieler mindestens 50 Prozent Spielzeit bekommt, behandelt Spielzeit fair verteilen im Jugendfußball im E/D-Bucket inklusive Wechselkarten-Vorlage.

Spielfeldgrößen im Vergleich: E-, D- und C-Jugend

Der Sprung vom 7 gegen 7 zum 9 gegen 9 und weiter zum 11 gegen 11, maßstabsgetreu

E-Jugend7 vs 755 × 35 mD-Jugend9 vs 970 × 50 mC-Jugend11 vs 11105 × 68 m

Quelle: DFB-Jugendordnung, Anhang IV (Stand 15. Juli 2024); fussballtraining 8/2011

Was Spieler im 9 gegen 9 lernen sollen

Der DFB hat das 9 gegen 9 nicht als Mini-11er eingeführt, sondern als Ausbildungs-Bühne mit drei klaren Schwerpunkten. Wenn du verstehst, was deine Spieler in dieser Altersstufe lernen sollen, fällt die Formations-Entscheidung später leichter.

  1. Dreiecke bilden. Drei Spieler im Raum bieten zwei Anspielstationen für den Ballbesitzer. Das schult die Wahrnehmung, das Stellungsspiel und die Spieleröffnung weit besser als zwei parallel laufende Linien.
  2. Ballorientiertes Verschieben. Die ganze Mannschaft bewegt sich gemeinsam mit dem Ball. Das ist die Vorstufe zur Raumdeckung im 11 gegen 11 und kommt im 7 gegen 7 wegen der Feldgröße kaum vor.
  3. Viele 1-gegen-1-Situationen. Auf 70 mal 50 Metern haben die Spieler genug Raum, um in Duelle zu kommen, ohne sofort vom Gegenspieler erstickt zu werden. Genau dort entwickeln sich Technik und Durchsetzungsvermögen.

Diese drei Punkte zahlen direkt auf die DFB-Ausbildungskonzeption ein. Sie sind auch der Grund, warum die Dreierkette als Abwehrform empfohlen wird, nicht eine flache Vierer.

Die Dreierkette als Fundament

Beide Standard-Formationen im 9 gegen 9 setzen auf drei Verteidiger plus Torwart. Das hat einen einfachen Grund: Drei nebeneinander stehende Verteidiger üben automatisch ballorientiertes Verschieben, ohne dass du es großartig erklären musst. Der ballnahe Verteidiger attackiert, die beiden anderen rücken zur Mitte und sichern ab. Das ist exakt der Mechanismus, den deine Spieler später in der C-Jugend in der Viererkette brauchen.

Eine Zweierkette dagegen erzeugt zu wenig Tiefenstaffelung: Wird ein Verteidiger ausgespielt, ist der zweite isoliert, und der Torwart hat 18 Meter Strafraum zwischen sich und dem nächsten Mitspieler. Das ist ein Konzept aus dem 7 gegen 7, das im 9 gegen 9 nicht skaliert.

Formation 3-2-3: Das offensive System

3-2-3 auf dem Spielfeld

Torwart, Dreierkette, zwei Sechser, drei Angreifer

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Aufbau: Torwart, drei Verteidiger in einer Linie, zwei Sechser leicht versetzt vor den Nahtstellen der Abwehr, drei Angreifer in einer Linie über die ganze Breite.

Spielidee: Das 3-2-3 ist die offensivste der Standard-Formationen. Die drei Stürmer bieten dem Aufbauspiel drei Anspielstationen in der Spitze. Die versetzten Reihen erzeugen viele natürliche Dreiecke, in denen sich Kombinationsspiel fast von selbst entwickelt.

Vorteile:

  • Ausgewogene Feldbesetzung in Breite und Tiefe
  • Drei vordere Anspielstationen, ideal für schnelles Umschalten
  • Dreiecksbildung passt exakt zur DFB-Ausbildungs-Empfehlung
  • Hohes Pressing möglich, weil drei Stürmer auf drei gegnerische Verteidiger Druck ausüben
  • Fördert offensiv denkende Spieler, was in dieser Altersklasse gewollt ist

Nachteile:

  • Die zwei Sechser sind die meistlaufenden Spieler im Team und müssen taktisch reif sein
  • Bei Ballverlust ist der Konter über die Mitte schwer zu verteidigen, weil das Zentrum nur doppelt besetzt ist
  • Funktioniert nur, wenn die Außenstürmer bereit sind, mit nach hinten zu arbeiten
  • Kondition: zwei Sechser laufen pro Spiel zwei bis drei Kilometer mehr als andere Positionen

Wann passt es: Wenn du zwei spielintelligente Sechser hast, deine Mannschaft technisch versiert ist, und du eine offensive Spielidee verfolgen willst. Empfehlung des DFB für die ausbildungs-orientierte Standard-Mannschaft.

Formation 3-3-2: Das ausgewogene System

3-3-2 auf dem Spielfeld

Torwart, Dreierkette, dreiköpfiges Mittelfeld, zwei Stürmer

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Aufbau: Torwart, drei Verteidiger in einer Linie, drei Mittelfeldspieler in einer Linie davor, zwei Stürmer auf den halbrechten und halblinken Positionen.

Spielidee: Das 3-3-2 ist die ausgewogenste 9er-Formation. Zwei Dreierreihen erzeugen kompakten Defensivverbund, das Angriffsspiel läuft vor allem über die Flügel des Mittelfelds, wo sich Außenverteidiger einschalten können, um Überzahl zu erzeugen.

Vorteile:

  • Sehr gute Raumdeckung in Breite und Tiefe
  • Doppelte Absicherung auf den Flügeln in der Defensive
  • Klare Aufgabenverteilung: Mittelfeld arbeitet beide Richtungen, Stürmer fokussieren auf den Strafraum
  • Zwei Stürmer können kreuzen, einer kann sich fallen lassen, das schult variables Sturmspiel
  • Defensiv stabiler als 3-2-3 bei Kontern über die Mitte

Nachteile:

  • Nur zwei Anspielstationen in der Spitze, das Aufbauspiel hat weniger Optionen
  • Die Außenverteidiger müssen das Flügelspiel mittragen, sonst läuft sich das Mittelfeld tot
  • Weniger natürliche Dreiecksbildung als beim 3-2-3, du musst es bewusster trainieren
  • Bei aggressivem Gegenpressing droht im Mittelfeld Stau

Wann passt es: Wenn du robuste Außenverteidiger hast, ein laufstarkes Mittelfeld und zwei Stürmer, die gemeinsam denken können. Ideal für Mannschaften, die in der höheren Spielklasse antreten und Defensiv-Stabilität brauchen.

Alternativen: 3-1-3-1 und 2-3-3

Neben den zwei Standards tauchen in der Praxis zwei Alternativen auf:

3-1-3-1 (drei Verteidiger, ein Sechser, drei Achter, ein Stürmer). Der einzelne Sechser kann die Abwehr ballorientiert vor sich aufbauen lassen, die drei Achter schaffen Räume im Zentrum. Stark, wenn du einen außergewöhnlich spielintelligenten Sechser hast. Schwäche: Der einzelne Stürmer wird in der Spitze oft isoliert und braucht extreme Laufbereitschaft.

3-1-3-1: vertikale Achse mit Solo-Stürmer

Drei Verteidiger, ein Sechser, drei Achter, ein Stürmer

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2-3-3 (zwei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, drei Stürmer). Maximal offensiv, kommt in der Praxis fast nur gegen klar schwächere Gegner zum Einsatz. Schwäche: Die Zweierkette ist im 9 gegen 9 extrem fehleranfällig, weil ein einziger durchgesteckter Pass die Hälfte deiner Abwehr aushebelt. Nicht für die Ausbildung empfohlen, sondern als gelegentliches Druck-System.

2-3-3: maximales Druck-System

Zwei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, drei Stürmer

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Welche Formation passt zu deinem Kader?

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  1. Hast du zwei spielintelligente Sechser? Ja: 3-2-3. Nein: 3-3-2 ist verzeihender, weil drei Mittelfeldspieler einen schwächeren Sechser stützen.
  2. Wie stark sind deine Außenverteidiger? Stark und offensiv mitspielbereit: 3-3-2 bringt das Maximum aus ihnen heraus. Schwach im Stellungsspiel: 3-2-3, weil die drei Stürmer das Flügelspiel selbst übernehmen.
  3. Was ist dein zentraler Stürmer für ein Typ? Wendiger 1-gegen-1-Spieler: 3-2-3 mit drei Anspielstationen liefert ihm Pässe in den Lauf. Strafraum-Tankstürmer mit Kopfball: 3-3-2 mit Hereingaben von beiden Flügeln.

Wenn du gerade zum ersten Mal eine D-Jugend übernimmst, ist das 3-3-2 die sicherere Wahl: einfacher zu erklären, defensiv stabiler, gibt dir Zeit, deinen Kader kennenzulernen. Das 3-2-3 lohnt sich, sobald du nach drei bis vier Monaten weißt, welche Spieler die Sechs-Position taktisch wirklich tragen können.

Die ersten 4 Wochen mit dem neuen Jahrgang

Ein konkreter Trainingsplan für den Übergang aus dem 7 gegen 7:

Woche 1: Feldgewöhnung. Jede Einheit beginnt mit zehn Minuten freiem Spiel auf dem D-Jugend-Feld, ohne Vorgaben. Die Spieler sollen die neuen Distanzen körperlich erfahren: Wie weit ist es vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum? Wie viel Kraft kostet ein Sprint von Mittellinie bis Strafraum? Konditionelle Belastung bewusst gering halten, das Feld macht die Arbeit.

Woche 2: Positionsverständnis. Jede Position einmal durch jeden Spieler durchrotieren lassen. Auch der spätere Stürmer spielt eine Trainingsphase als Innenverteidiger. Das verhindert, dass du in Woche 3 schon Positionen einbetonierst, und es zahlt auf den DFB-Ausbildungs-Schwerpunkt „variabel ausbilden" ein.

Woche 3: Spielsituationen. Standardsituationen üben: Spielaufbau aus dem eigenen Strafraum, Verschieben der Dreierkette, Eckball-Verteidigung. Hier auch zum ersten Mal Abseits in einer Übungsform thematisieren.

Woche 4: Erstes Pflichtspiel. Mit klarer Formation antreten (Empfehlung: 3-3-2), aber das Ergebnis ist sekundär. Nach dem Spiel kurz besprechen, was an der neuen Spielform funktioniert hat und was nicht. Erwarte, dass das erste Spiel chaotisch wird, das ist Teil des Lernens.

Typische Fehler beim Übergang ins 9 gegen 9

Fünf Stolperfallen, die fast jeder erste D-Jugend-Trainer macht:

  • Zu früh wie 11 gegen 11 trainieren. Das 9 gegen 9 ist eigenständig, kein Mini-Großfeld. Eine flache Vierer mit Doppelsechs zu üben, weil es „richtiger Fußball" ist, verbrennt deine Trainings-Zeit.
  • Positionen einbetonieren. Wer Spieler in Woche 1 als „Verteidiger" oder „Stürmer" festlegt, schließt die in dieser Altersklasse wichtige Polyvalenz aus. Rotation gehört bis mindestens U13 dazu.
  • Torwart isolieren. Mit der neuen Rückpassregel muss dein Torwart zum elften Feldspieler werden. Wer ihn nur Bälle fangen lässt, vergeudet die wichtigste Position für den Spielaufbau im 9 gegen 9.
  • Konter-Absicherung vergessen. Beim 3-2-3 sind die zwei Sechser für Restverteidigung verantwortlich. Wenn du das nicht trainierst, kassierst du in jedem Spiel zwei bis drei Konter über die Mitte. Eine Restverteidigung-Schulung zahlt sich ab Woche 4 aus.
  • Flügelspieler vergessen. Im 3-3-2 sind die äußeren Mittelfeldspieler die wichtigsten Spieler überhaupt. Wer sie nur in der Defensive einsetzt, verschenkt das gesamte Angriffsspiel.

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9 gegen 9 ist eine eigene Spielform

Wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst: Das 9 gegen 9 ist nicht „11 gegen 11 mit zwei Spielern weniger", sondern eine bewusst konzipierte Ausbildungs-Bühne mit eigener Logik. Dreierkette als Defensiv-Fundament, 3-3-2 als sichere Einstiegs-Formation, 3-2-3 für die offensiv-ausgerichtete Spielidee, und ein klarer Vier-Wochen-Plan für den Übergang aus dem 7 gegen 7.

Die Spielformen-Reform 2026 für die G-, F- und E-Jugend hat die D-Jugend nicht umgekrempelt, aber leicht aufgefächert: Die DFB-Jugendordnung 2024 hält am 9 gegen 9 als Standard fest und erlaubt zusätzlich 8 gegen 8 quer und 7 gegen 7 als Optionen. Deine Aufgabe als Trainer ist, deine Spieler auf das vorzubereiten, was in der C-Jugend kommt: das volle 11 gegen 11.

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Quellen

Die Spielfeldmaße, Format-Optionen, Regel-Vorgaben und Formationen in diesem Artikel stammen aus den offiziellen DFB-Quellen:

  1. Deutscher Fußball-Bund (Stand: 15. Juli 2024). Jugendordnung, Anhang IV — Bestimmungen für Spiele auf Kleinfeld für Juniorinnen und Junioren. Frankfurt am Main. Quelle für die D-Jugend-Format-Optionen (9v9, 8v8 quer, 7v7), die Spielfeldmaße (16er zu 16er oder mindestens 50 × 68 m) sowie die Vorgaben zu Ballgröße und Torgröße.
  2. Schomann, P. (2011). „Endlich gibt es Ballkontakte für alle! D-Junioren spielen bundesweit 9 gegen 9." In: fussballtraining 8/2011, Philippka-Sportverlag. Original-Implementierungs-Beitrag des DFB mit den Maßen 70 × 50 m, Strafraum 12 × 29 m, 9-m-Strafstoßpunkt und der Empfehlung zu Dreierkette, 3-2-3 und 3-3-2 als Standard-Formationen.
  3. Bayerischer Fußball-Verband (18.04.2011). Mitteilung: Bundesweit einheitliche altersgerechte Spielform bei den D-Junioren (U12–U13). BFV-Merkblatt zur konkreten Spielfeld-Markierung (12-m-Strafraum mit Seitenauslinien 10 m außerhalb = ca. 49–50 m Feldbreite), Auswechselregelung und Rückpass-/Abseitsregel.
  4. Bayerischer Fußball-Verband (Stand: 01.08.2025). BFV-Jugendordnung. Aktuelle bayerische Durchführungsbestimmungen inklusive der Alternative 7-gegen-7-Zwillingsspiel.

Wer für seinen Landesverband konkrete Werte braucht, findet die regional verbindlichen Durchführungsbestimmungen auf den Webseiten der Landesverbände (z. B. BFV, WFV, NFV, FVR, SBFV). Sie setzen den DFB-Rahmen innerhalb der erlaubten Bandbreiten leicht unterschiedlich um.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist das Spielfeld beim 9 gegen 9 in der D-Jugend?
Das D-Jugend-Spielfeld misst etwa 70 mal 50 Meter, in der Regel von Strafraum zu Strafraum des Großspielfelds. Alternativ kann eine komplette Großfeld-Hälfte quer genutzt werden, dann sind es rund 68 mal 52 Meter. Die Tore sind 5 mal 2 Meter groß, der Strafraum 12 mal 29 Meter, und der Strafstoßpunkt liegt 9 Meter vom Tor entfernt.
Welche Formation passt besser zur D-Jugend, 3-2-3 oder 3-3-2?
Für Trainer, die erstmals eine D-Jugend übernehmen, ist das 3-3-2 die sicherere Wahl: einfacher zu erklären, defensiv stabiler durch zwei Dreierreihen und doppelte Flügel-Absicherung. Das 3-2-3 ist offensiver und schult intensiver das Dreieck-Spiel, setzt aber zwei taktisch reife Sechser voraus. Nach drei bis vier Monaten Kennenlern-Phase ist der Wechsel zum 3-2-3 sinnvoll, wenn der Kader es trägt.
Gilt im 9 gegen 9 die Abseitsregel?
Im 9 gegen 9 gelten sowohl Abseits- als auch Rückpassregel, das schreibt die DFB-Jugendordnung in Anhang IV vor. Für Aufsteiger aus dem 7 gegen 7 ist das der größte mentale Sprung, weil im E-Jugend-Format beide Regeln aufgehoben sind. Sinnvoll ist, Abseits im Training direkt auf dem Platz mit einer Vier-Spieler-Übung einzuführen, nicht abstrakt am Whiteboard.
Wie viele Auswechselspieler darf ich beim 9 gegen 9 nominieren?
Pro Mannschaft sind neun Spieler auf dem Feld inklusive Torwart, dazu fünf weitere Auswechselspieler auf der Bank. Die BFV-Jugendordnung 2025 erlaubt bis zu fünf Auswechselungen pro Spiel, auf Bezirks- und Kreisebene auch mit Rückwechseln. Insgesamt stehen bis zu 14 Spieler im Spieltagskader zur Verfügung, was den Konditions-Belastungen über die 2 mal 30 Minuten Spielzeit gerecht wird.
Ab welcher Altersklasse wird im deutschen Fußball 9 gegen 9 gespielt?
Das 9 gegen 9 ist seit Saison 2011/12 die meistgenutzte Spielform der D-Jugend (U12/U13). Die DFB-Jugendordnung (Anhang IV, Stand 15.07.2024) erlaubt für die D-Jugend drei Format-Optionen: 9 gegen 9 von 16er zu 16er, 8 gegen 8 quer auf einer Großfeld-Hälfte und 7 gegen 7 auf ca. 50 mal 65 Meter. Welches Format gilt, regelt der Landesverband; das 9 gegen 9 ist der nationale Standard, weil es den Sprung vom E-Jugend-7er auf das C-Jugend-Großfeld am besten überbrückt.