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Fünf Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren in einer Reihe auf dem Rasen, geordnet nach Größe, mit einem Fußball davor; passend zu den Spielformen im Jugendfußball 2026.
Regeln & Formate

Spielformen im Kinder- und Jugendfußball 2026: Übersicht für Trainer und Jugendleiter

Spielformen im Kinderfußball: Für G-, F- und E-Jugend gelten sie seit 2024/25 verbindlich. Mit Regeln, Rotation und FAQ für Eltern, Stand 2026.

Aktualisiert am 18 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  • Die DFB-Spielformen gelten seit 2024/25 verbindlich für G-, F- und E-Jugend; für die D-Jugend empfiehlt die Jugendordnung 7 gegen 7, 8 gegen 8 oder 9 gegen 9.
  • G-Jugend (U6/U7) spielt 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitoren ohne Torwart und ohne Meisterschaftsrunde.
  • Vier Tore statt zwei zwingen den Angreifer zur Entscheidung, welches Tor frei ist; der DFB nennt als Ziel Raumaufteilung und Spielverlagerung.
  • Rotation sichert Spielzeit: in G- und F-Jugend nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten, im E-Jugend-Festival alle 3 Minuten per Pfiff.
  • Vier Schritte für die Vereins-Umstellung: Bestimmungen des Landesverbands prüfen, Trainer schulen, Eltern-Abend halten, Heimspielbetrieb umstellen.

Du bist Jugendleiter. Diese Saison musst du Eltern, Trainern und Feldbetreuern erklären: warum es jetzt vier Tore statt zwei gibt, warum in der G- und F-Jugend keine Tabelle mehr geführt wird, warum nach jedem Tor ein Spieler wechselt, und warum dein Sechsjähriger plötzlich 2 gegen 2 statt 7 gegen 7 spielt. Vielleicht steht der erste Spieltag im neuen Format schon an, vielleicht musst du im Eltern-Abend Position beziehen. Du brauchst einen Überblick, der sitzt.

Dieser Artikel gibt dir genau das: die Spielformen für G-, F- und E-Jugend, die Begründung der Reform, Antworten fürs Eltern-Abend und einen Vier-Schritte-Plan. Sie gelten seit der Saison 2024/25 verbindlich; 2026 steht für die aktuellen Ausgaben der Regeln (DFB-Jugendordnung vom 21. August 2026, DFB-Leitfaden vom 5. März 2026).

Was sich verändert hat: die DFB-Kinderfußball-Reform

Der DFB-Bundestag hat am 11. März 2022 die neuen Spielformen offiziell bestätigt, nachdem der Bundesjugendtag im Januar 2022 die Empfehlung des Jugendausschusses bestätigt hatte. Auf eine zweijährige Pilotphase folgte eine Übergangszeit bis Sommer 2024, in der die Landesverbände die Formen nur empfohlen bekamen. Seit der Saison 2024/25 gelten sie verbindlich in ganz Deutschland, 2026 ist die Reform also Standard.

Die Landesverbände setzen die DFB-Vorgaben unterschiedlich um, der DFB-Leitfaden weist selbst darauf hin. Teils deutlich: Bayern spielt das 3 gegen 3 auf ca. 20 mal 30 Meter, Südbaden lässt die G-Jugend mit Torwart auf 4 Meter breite Tore spielen, Rheinland spielt die G-Jugend nur als 3 gegen 3, Württemberg kennt in G und F keinen Auf- und Abstieg (Belege unten).

Pro Altersstufe gibt es mehrere Format-Optionen, aus denen der Verein im Rahmen seines Landesverbands wählt:

  • G-Jugend (U6/U7): 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitoren, ohne Torwart, Festival-Format, keine Meisterschaftsrunde.
  • F-Jugend (U8/U9): 3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5, auf vier Minitoren oder zwei Kleinfeldtoren. Festival-Form mit auf- und absteigenden Feldern, weiterhin keine Meisterschaftsrunde.
  • E-Jugend (U10/U11): 4 gegen 4, 5 gegen 5, 6 gegen 6 oder 7 gegen 7. Die kleineren Formen auf Minitoren ohne Torwart oder auf Kleinfeldtoren mit Torwart, das 7 gegen 7 auf zwei Kleinfeldtoren mit Torwart. Festival, Turnier oder je nach Landesverband Liga.

Für die D-Jugend (U12/U13) empfiehlt die Jugendordnung (Anhang IV, Teil 2) Meisterschaftsspiele im 7 gegen 7, 8 gegen 8 oder 9 gegen 9; ob es eine Tabelle gibt, regelt der Landesverband. Ab der C-Jugend (U14/U15) ist nach der Jugendordnung auch das 11 gegen 11 auf dem Normalspielfeld möglich; ob es die Regel ist, regelt dein Landesverband. Ein klassischer Wettkampf mit Tabelle ist in der G- und F-Jugend ausgeschlossen, in der E-Jugend je nach Landesverband möglich und ab der D-Jugend die Regel.

Altersstufen-Roadmap: von Bambini bis C-Jugend

Wo das Reform-Konzept endet und der Wettkampf beginnt

REFORM-KONZEPT (FESTIVAL, IN G UND F KEINE TABELLE)WETTKAMPFRUNDEG-JugendU6/U72 vs 23 vs 3Festival, 4 Mini-ToreF-JugendU8/U93 vs 34 vs 45 vs 5FestivalE-JugendU10/U114 vs 45 vs 56 vs 67 vs 7Festival, Turnier, optional LigaD-JugendU12/U137 vs 78 vs 89 vs 9Meisterschaftsspiele (Empfehlung)C-JugendU14/U1511 vs 11Normalspielfeld möglich

Quelle: DFB-Jugendordnung, Anhang IV (Stand 21. August 2026)

Warum die Reform: vier Probleme, die das alte System hatte

Die ersten drei Punkte stützt der DFB in seiner FAQ von 2022, den vierten nennt der BFV als Ziel. Wer das versteht, kann die Reform auch dem skeptischen Vereinskollegen erklären.

1. Zu wenig Ballkontakte pro Kind. Im 7 gegen 7 kommen langsamere und weniger talentierte Kinder nach Angaben des DFB kaum an den Ball. Wer den Ball nicht berührt, lernt auch nichts. Je kleiner die Gruppen, desto mehr Ballkontakte hat jeder Einzelne: das ist das Hauptargument des DFB.

Ballkontakte pro Kind: je kleiner die Gruppe, desto mehr

Schematische Darstellung der DFB-Aussage, kein Messwert.

weniger11 gegen 11mehr4 gegen 4

Aussage nach DFB-FAQ zu den neuen Spielformen (31. Mai 2022); die Balkenhöhen sind eine Illustration.

2. Zu früh Tabellen und Ergebnisdruck. Der DFB will den Leistungsdruck minimieren. Sechsjährige verstehen Tabellenstand nicht, Trainer und Eltern dagegen schon, und genau das ist das Problem. Aus meiner Sicht gilt: Wo eine Tabelle steht, wird auf Sieg gespielt, der schwächere Spieler bleibt auf der Bank, der stärkere wird zum Mittelpunkt. Festival-Format ohne Meisterschaftsrunde nimmt diesen Druck raus.

3. Zu komplex für die Altersstufe. Nach der DFB-FAQ wurde in den Kinderklassen zu früh Wert auf Taktik gelegt. Sieben Mitspieler, zwei große Tore, Torwart, Verschiebebewegungen: Das können Sechs- bis Achtjährige nachmachen, aber kaum verstehen. Eine Spielform mit klarer Aufgabe (vier Tore, zwei Mitspieler, finde die Lücke) trifft die Altersstufe besser.

4. Kinder hören auf. Der BFV nennt in seinem Spielkonzept als Ziel, die Drop-out-Raten zu senken. Warum die Pubertät Talente kostet und wie man sie hält, behandelt unser Leitfaden zur Talententwicklung. Mein Argument: Wer als Achtjähriger zum dritten Mal eingewechselt wird und dann nicht an den Ball kommt, verliert die Lust. Mehr Ballkontakte und kein Tabellenfokus sollen genau das verändern.

Wer das im Eltern-Abend so erklärt, hat die Hälfte der Diskussion schon gewonnen.

G-Jugend (U6/U7): 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 mit vier Minitoren

Die G-Jugend-Spielformen sind die radikalste Veränderung gegenüber dem alten System. Statt strukturierter Spiele mit Trainer-Anleitung gibt es Festival-Format mit minimaler Erwachsenen-Steuerung.

Spielfeld und Tore. Mehrere kleine Felder parallel: im 2 gegen 2 ca. 16 mal 20 Meter, im 3 gegen 3 ca. 25 mal 20 Meter. Pro Feld vier Minitore (zwei pro Mannschaft zu verteidigen), maximal 2 mal 1,2 Meter groß. Wer keine Minitore hat, markiert sie aus Hütchen oder Stangen. Kein Torwart und kein Strafstoß: Fouls in der eigenen Schusszone ahndet ein Strafangriff, Ecken werden eingedribbelt oder eingepasst.

Schusszone. Im 2 gegen 2 ist die Mittellinie die Schusszone, Tore zählen nur, wenn ein Spieler den Ball aus der gegnerischen Hälfte schießt. Im 3 gegen 3 gilt eine 6-Meter-Schusszone vor den Toren. Damit endet das Tor-Sprinten. Wer ein Tor erzielen will, muss den Ball mit Übersicht in die richtige Zone bringen.

Spielzeit und Rotation. Im 2 gegen 2 bis zu sieben Durchgänge à maximal 5 Minuten, im 3 gegen 3 sieben Mal 7 Minuten, dazwischen je drei Minuten Pause. Rotation nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten: Jede Mannschaft wechselt eine Spielerin oder einen Spieler nach vorher festgelegter Reihenfolge. Maximal ein Rotationsspieler beim 2 gegen 2, maximal zwei beim 3 gegen 3. Damit hat jedes Kind annähernd gleiche Spielzeit, und das stärkere Kind kann nicht die ganze Partie auf dem Platz bleiben. Spielzeit fair verteilen im Jugendfußball zeigt vier altersgerechte Modelle und sieben Härtefälle aus dem Vereinsalltag.

Spielfeldgrößen pro Format, maßstabsgetreu

Vom Bambinifeld bis zur D-Jugend. 4v4 und 5v5 teilen sich das Kleinfeld, 6v6 und 7v7 das mittlere Feld.

G-Jugend2 vs 220 × 16 mG-/F-Jugend3 vs 325 × 20 mF-/E-Jugend Kleinfeld4 vs 4 / 5 vs 540 × 25 mE-Jugend6 vs 6 / 7 vs 755 × 35 mD-Jugend9 vs 970 × 50 m

Quelle: DFB-Jugendordnung, Anhang IV (Stand 21. August 2026); D-Jugend 9 gegen 9 nach der DFB-Trainingsempfehlung (70 × 50 m); BFV Spielkonzept Minifußball

Festival-Format. An einem Spieltag stehen mehrere Felder nebeneinander, vom „schwächsten" bis zum „stärksten" geordnet. Nach jeder Runde steigt der Sieger ein Feld auf, der Verlierer ein Feld ab. Bei Gleichstand steigt die Mannschaft auf, die das letzte Tor erzielt hat; bei 0:0 entscheidet Stein-Schere-Papier. So treffen mit der Zeit ähnlich starke Mannschaften aufeinander.

Was Eltern oft falsch verstehen. Eltern sehen ein G-Jugend-Festival und denken, das sei kein „echter Fußball". Genau das ist es: Fußball für Sechsjährige ist nicht das, was Erwachsene als Fußball erleben. Es ist eine motorische und soziale Lernform, die später in den klassischen Fußball mündet. Wer in der G-Jugend keine Tabelle führt, hat den Kindern nichts genommen, sondern Druck erspart.

F-Jugend (U8/U9): drei mögliche Formate

In der F-Jugend gibt es erstmals echte Wahlmöglichkeit. Der Verein wählt aus drei Formaten, je nach Mannschaftsgröße und Entwicklungsstand.

Format 1: 3 gegen 3 ohne Torwart. Spielfeld ca. 25 mal 20 Meter (die DFB-FAQ von 2022 nennt 26 bis 28 mal 20 bis 22 Meter), vier Minitore, 6-Meter-Schusszone wie in der G-Jugend. Bis zu sieben Durchgänge à maximal 10 Minuten, Rotation nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten. Klare DFB-Empfehlung: bevorzugtes Format in der F-Jugend, weil jedes Kind dabei die meisten Ballaktionen hat.

Format 2: 4 gegen 4. Spielfeld ca. 40 mal 25 Meter, entweder auf vier Minitoren mit vier Feldspielern oder auf zwei Kleinfeldtoren mit drei Feldspielern plus Torwart (3+1). Übergangsschritt zwischen 3 gegen 3 und 5 gegen 5. Rotation nach jedem Tor, nach der Jugendordnung spätestens nach 2 Minuten; der DFB-Leitfaden und der BFV Oberbayern nennen 3 Minuten per Pfiff.

Format 3: 5 gegen 5. Spielfeld ca. 40 mal 25 Meter, entweder auf vier Minitoren mit fünf Feldspielern ohne Torwart oder auf zwei Kleinfeldtoren mit vier Feldspielern plus Torwart. Übergangsformat zur E-Jugend, Rotation wie beim 4 gegen 4.

Spielzeit, Modus und Fairness-Regel. Beim 3 gegen 3 bis zu sieben Durchgänge à maximal 10 Minuten, beim 4 gegen 4 und 5 gegen 5 sechs Mal 10 bis 12 Minuten, also länger als in der G-Jugend. Drei Minuten Pause zwischen den Durchgängen. Der DFB sieht in G und F die Festivalform mit auf- und absteigenden Feldern vor; Verbände wie Niedersachsen, Rheinland oder Württemberg lassen auch Spieltage mit festem Spielplan zu. Weiterhin keine Meisterschaftsrunde. Eine Fairness-Variante aus dem DFB-Leitfaden: Bei 3 Toren Unterschied darf die zurückliegende Mannschaft einen zusätzlichen Spieler bringen, bis es wieder ausgeglichen ist.

Funino als konzeptionelles Vorbild. Das 3-gegen-3-Format mit vier Minitoren geht auf den gebürtigen Deutschen Horst Wein zurück, der lange in Spanien arbeitete und das Spiel in seinem Heft von 2004 als „Mini-Fußball" beschrieb; die Bezeichnung Funino hat sich später durchgesetzt. Im Regelwerk des DFB (Jugendordnung, Leitfaden, FAQ) steht kein „Funino", dort heißt es „3 gegen 3 auf vier Mini-Tore". In der Trainingsphilosophie Deutschland nutzt der DFB den Namen für Übungen. Die Praxis steht im Funino-Trainerleitfaden: acht Spielform-Varianten, Coaching-Cues und Eltern-Mail-Vorlage.

Warum vier Tore. In Weins Konzept konzentriert sich das Spiel mit zwei Toren in der Feldmitte, der Stärkste rennt geradeaus durch. Mit vier Toren muss der Angreifer entscheiden: links oder rechts? Welches Tor ist weniger verteidigt? Der DFB nennt als Ziel Raumaufteilung und Spielverlagerung; Wahrnehmung und Entscheidung sind die Begründung der Funino-Methode.

Warum vier Mini-Tore Wahrnehmung schulen

Zwei Tore zwingen zum Sprint, vier Tore zwingen zur Entscheidung, welches Tor ist frei?

2 Tore: ein WegSchnellster gewinnt, Spielintelligenz spielt kaum eine Rolle4 Mini-Tore: zwei OptionenWahrnehmen, entscheiden, links oder rechts angreifen

Konzept nach Horst Wein (2004); die DFB-Jugendordnung schreibt das Spiel auf vier Mini-Tore in Anhang IV vor.

Wer Trainings-Inhalte sucht, die zur Drei-gegen-Drei-Logik passen, findet im Artikel zu Dribbling-Übungen für U9, U10, U11 konkrete Übungen pro Altersstufe.

E-Jugend (U10/U11): 5 gegen 5 oder 7 gegen 7

In der E-Jugend kehrt zum ersten Mal das klassische Format-Gefühl zurück. Torwart, zwei Kleinfeldtore, erste Mannschaftstaktik. Aber mit weiterhin reformerischem Ansatz: Rotation, ausgeglichene Begegnungen, je nach Landesverband Festival-Format.

Format 1: 4 gegen 4 oder 5 gegen 5. Selbe Maße und Logik wie in der F-Jugend (ca. 40 mal 25 Meter). Auf vier Minitoren ohne Torwart oder auf Kleinfeldtoren mit Torwart. Sechs Mal 10 bis 12 Minuten Spielzeit, im Festival Rotation nach 3 Minuten durch zentralen Pfiff, der Torwart wechselt nach jeder Runde.

Format 2: 7 gegen 7. Spielfeld 55 mal 35 Meter, sechs Feldspieler plus Torwart, zwei Kleinfeldtore, höchstens 5 mal 2 Meter. Im Ligaspiel mit zwei Mannschaften 4 mal 15 oder 2 mal 25 Minuten; die Rotationsspieler spielen je 7 Minuten auf dem Nebenspielfeld und wechseln dann ins 7 gegen 7. Beim 7 gegen 7 bringen die Kinder den Ball nach einem Ausball erstmals per Einwurf ins Spiel, in Bayern per Einkick oder Eindribbeln. Welche Einwurf-Regeln dabei gelten, welche Fehler am häufigsten passieren und wie du die Ausführung trainierst, steht in einem eigenen Artikel.

Was mit den Bank-Spielern passiert. Eine wichtige Neuerung der Reform: Im 7 gegen 7 sitzen Wechselspieler nicht auf der Bank, sondern spielen parallel ein 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf einem Nebenspielfeld mit Minitoren. Das heißt, jedes Kind bekommt durchgehend Spielzeit, statt zu warten, bis es eingewechselt wird. Der DFB-Leitfaden nennt als Richtwert mindestens 75 % Spielzeit pro Kind. Logistisch braucht das einen zweiten Aufbau und einen zweiten Helfer.

Was aus G- und F-Jugend erhalten bleibt. Im Festival rotiert die E-Jugend nach 3 Minuten per zentralem Pfiff; wie in der F-Jugend gilt bei Toren die feste Reihenfolge. Je nach Landesverband gibt es daneben Turniere und Ligaspiele, die Jugendordnung nennt beides. Fokus bleibt auf 1 gegen 1, viel Dribbling und Ballkontakten.

Wie es danach weitergeht. Der DFB gibt die Spieldauer vor: 2 mal 30 Minuten in der D-Jugend bis 2 mal 45 in der A-Jugend, für G bis E steht sie in Anhang IV. Alle Altersklassen stehen in der Übersicht zur Spieldauer im Jugendfußball.

Was neu dazukommt. Torwart-Rolle (der Torwart wechselt nach jeder Runde), erste Pass-Geometrie und Verschiebebewegungen, einfache Mannschaftstaktik („wenn wir in Ballbesitz sind, machen wir das Spielfeld breit").

Aufwärm-Übungen, die zur E-Jugend passen und ohne Material auskommen, gibt es im Artikel zu Aufwärm-Übungen U11 ohne Hilfsmittel.

Was sich für Trainings-Inhalte ändert

Wer auf 3 gegen 3 mit vier Toren spielen lässt, kann im Training nicht klassische 11-gegen-11-Taktik schulen. Die Reform zwingt zur Anpassung der Trainings-Inhalte, und genau hier scheitert sie leicht.

Mehr 1 gegen 1, weniger Mannschaftstaktik. In den kleinen Spielformen entscheidet das 1 gegen 1 fast jedes Tor. Mein Vorschlag: ein Drittel bis die Hälfte der Trainingszeit auf 1 gegen 1 oder 1 gegen 2 verwenden. Verschiebebewegungen und Pressing-Linien brauchst du vor der D-Jugend nicht.

Dribbling und Pass-Spiel als Fokus. Wer den Ball halten kann, gewinnt im 3 gegen 3. Wer ihn nicht halten kann, verliert. Dribbling-Übungen, Pass-Übungen unter Druck, kleine Spielformen mit Gegner sind die Bausteine. Frontalunterricht ohne Gegner ist die Ausnahme.

Implikationen für die Trainer-Schulung. Als Jugendleiter musst du sicherstellen, dass deine Trainer wissen, was zu den neuen Formaten passt und was nicht. Ich empfehle mindestens eine interne Schulung pro Saison, am besten vor Saisonstart.

Investiere als Verein nicht in noch mehr große Tore, sondern in Mini-Tore, Hütchen und Spielfeld-Markierungen.

Was du Eltern und Feldbetreuern erklären musst

Eltern und Feldbetreuer sehen das neue Format am Spielfeldrand und stellen Fragen. Hier sind die häufigsten, mit Antworten, die du im Eltern-Abend oder am Spielfeldrand verwenden kannst.

„Warum gibt es vier Tore?" Damit die Kinder entscheiden müssen. Mit zwei Toren rennen alle in die Mitte, der Schnellste gewinnt. Mit vier Toren muss der Angreifer schauen: welches Tor ist frei? Der DFB nennt als Ziel Raumaufteilung und Spielverlagerung, und das ist in dem Alter wichtiger als Schussstärke.

„Warum gibt es keine Tabelle?" Damit der Druck rausgeht. Der DFB will den Leistungsdruck minimieren. Aus meiner Sicht motiviert die Tabelle die Eltern, nicht die Kinder, und sie sortiert die schwächeren Spieler raus, weil der Trainer auf Sieg spielen muss. In der G- und F-Jugend gibt es keine Meisterschaft, also spielen alle.

„Warum wird nach jedem Tor ein Spieler gewechselt?" Damit jedes Kind durchgehend mitspielt. Die Rotation ist der Fairness-Mechanismus der Reform: nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten wechselt jede Mannschaft einen Spieler. Damit kann kein Kind die ganze Partie auf dem Platz bleiben, und die Wechselspieler kommen in Bewegung, bevor sie das Interesse verlieren.

„Warum sind die Spielzeiten so kurz?" Weil sich Kinder in diesem Alter nur kurz am Stück konzentrieren; die Jugendordnung sieht Durchgänge von höchstens 5 bis 12 Minuten und Pausen vor. Kurze Spiele heißt: viele intensive Phasen, weniger Leerlauf.

„Mein Kind ist sehr talentiert, wird das in dem Format überhaupt gefordert?" Ja. Im 3 gegen 3 mit vier Toren bekommt der Talentierte mehr Ballkontakte als im 7 gegen 7, denn je kleiner die Gruppen, desto mehr Ballkontakte (DFB-FAQ). Aus meiner Sicht fördert die Reform Spitze und Breite gleichzeitig, weil beide mehr spielen. Was wegfällt, ist der Status: der Talentierte ist nicht mehr automatisch der Star der Mannschaft, sondern einer von vielen, die spielen.

Diese fünf Antworten decken die häufigsten Eltern-Gespräche ab. Weitere Fragen beantworten der DFB (kinderfussball(at)dfb.de) und dein Landesverband.

Übergangs-Plan: wie der Wechsel im Verein gelingt

Als Jugendleiter trägst du die Verantwortung dafür, dass der Übergang im eigenen Verein nicht scheitert. Hier ist ein Vier-Schritte-Plan, der in den meisten Vereinen funktionieren sollte.

Schritt 1: Bestimmungen deines Landesverbands prüfen. Die Landesverbände weichen teils deutlich ab: bei Feldgrößen, Spielzeiten, Rotationsregeln und bei der Frage, ob es Tabellen gibt. Lade dir die aktuellen Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands runter, lies sie einmal komplett, und unterscheide klar zwischen DFB-Rahmen (G bis E verbindlich, D empfohlen) und Landesverband-Detail. Frage bei Unklarheit beim Staffelleiter nach.

Schritt 2: Trainer-Schulung organisieren. Ich empfehle mindestens einmal pro Saison eine interne Schulung, am besten vor Saisonstart. Inhalt: was sind die neuen Formate, wie sieht eine Trainings-Einheit aus, was sind typische Anfänger-Fehler. Wenn du dafür keinen eigenen Referenten hast, frag bei deinem Landesverband nach Schulungen.

Schritt 3: Eltern-Abend mit klarer Botschaft. Vor dem ersten Spieltag der neuen Saison. Eine Stunde reicht. Inhalt: was ist neu, warum, wie sieht das aus. Die Antworten aus dem vorigen Abschnitt kannst du als Grundlage nehmen. Eltern abholen, Sorgen ernst nehmen, aber Position beziehen. Wenn du gleichzeitig den Sichtungstrainings-Plan kommunizieren willst, ist diese Anleitung zum Sichtungstraining im Jugendfußball ein guter Begleitartikel zum Weitergeben.

Schritt 4: Heimspielbetrieb umstellen. Konkret heißt das: Mini-Tore beschaffen oder bauen, Spielfeld-Markierungen anpassen, Feldbetreuer briefen, Nebenspielfelder für Wechselspieler einplanen. Der DFB sieht keine Schiedsrichter vor: Die Kinder entscheiden auf dem Platz selbst, Trainer und Betreuer begleiten. Feldbetreuer (oft Eltern) brauchen trotzdem ein Briefing: Tore zählen nur aus der Schusszone, Abseits gibt es nicht, nach jedem Tor rotieren beide Teams. Ich würde diese Umstellung mindestens vier Wochen vor dem ersten Heimspieltag einplanen.

Wenn diese vier Schritte sitzen, hast du das Wichtigste erledigt. Der größte Widerstand kommt aus meiner Sicht von den Erwachsenen, und die holst du mit Schritt 2 und 3 ab.

Spielformen organisieren, und ab wann ein Turnier-Tool hilft

Ein G- oder F-Jugend-Spieltag macht einen anderen Aufwand als ein klassisches Turnier mit Tabelle. Für Hallenspiele schreibt die DFB-Futsal-Ordnung (§ 38) Rahmenbedingungen für alle Altersklassen vor, ohne Bande; ab der D-Jugend gelten die Futsal-Regeln. Details im Futsal-Praxis-Leitfaden für Jugendtrainer.

Mehrere Felder parallel. Drei bis fünf Felder nebeneinander, vom „schwächsten" bis zum „stärksten" geordnet. Pro Feld zwei Mannschaften, danach Aufstieg oder Abstieg je nach Ergebnis. Das ist organisatorisch einfacher als es klingt: ein Aufbau, ein Zeitplan, ein gemeinsamer Pfiff am Ende jedes Durchgangs (im 3 gegen 3 also alle sieben Minuten). Der Schlüssel ist, dass alle Felder gleichzeitig anpfeifen und gleichzeitig die Felder wechseln, sonst entsteht Wartezeit.

Festival-Wertung statt Tabelle. Jede Mannschaft spielt im Lauf des Tages auf verschiedenen Feldern, je nach Auf- und Abstieg. Der DFB hält keine Ergebnisse fest, Tabellen gibt es nicht; Verbände wie der wfv spielen ausdrücklich keine Meister aus. Die Kinder bekommen am Ende eine Plakette oder eine Urkunde mit „du hast heute mitgespielt".

Spielzeit und Rotation. Spiele dauern im 2 gegen 2 maximal 5 Minuten, im 3 gegen 3 sieben Minuten (F-Jugend 10), im 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 bis 12 Minuten, dazwischen drei Minuten Pause. Rotation in G und F nach jedem Tor oder spätestens nach 2 Minuten, im E-Festival nach 3 Minuten per Pfiff.

Was du als Veranstalter vorbereitest. Mini-Tore (selbst gebaut, geliehen oder als Hütchen-Markierung), klar markierte Felder und einen Zeitplan. Dazu: Feldbetreuer pro Feld, eine zentrale Pfeife für den Wechsel-Pfiff, eine Trinkstation und Plaketten oder Urkunden für alle Kinder. Bei E-Jugend 7 gegen 7 kommt ein Nebenspielfeld für die Wechselspieler dazu. Eltern-Verpflegung getrennt vom Spielfeld, damit die Kinder nicht zwischen Würstchen und Spiel hängen.

Ab wann ein Turnier-Tool sinnvoll wird. Im reinen Festival-Modus (G-Jugend und kleine F-Jugend) braucht es kein klassisches Turnier-Tool: Spielplan ergibt sich aus Auf- und Abstieg, Tabelle gibt es nicht. Sobald aber das Format auf ein Turnier mit festem Spielplan wechselt, wird die Verwaltung schnell aufwendig. Das ist in der E-Jugend vorgesehen (Turnierform, Ligaspielbetrieb), in G und F nur in Verbänden, die Spieltage mit festem Spielplan zulassen, und gilt für D-Jugend 9 gegen 9 ebenso wie für klassisches 11 gegen 11. Spielplan über mehrere Stunden, Punkte-Tabelle mit Gleichstands-Regeln, Halbfinal-Auslosung, Wartezeiten zwischen Spielen: hier hilft ein Tool wie AreaCopa, weil Spielplan, Tabelle und Sortier-Logik nicht mehr im Kopf oder per Excel-Tabelle zu verwalten sind.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau eines klassischen Turniers, vom 5 gegen 5 bis zum 11 gegen 11, gibt es in der Fußballturnier-Checkliste mit 12-Wochen-Timeline.

Für die organisatorische Seite, also Spielplan, Tabelle und Live-Link nach Altersklasse, geht es weiter zur Jugendturnier-Spielplan-App.

Konkrete Spielplan-Modi für 5, 7 und 10 Teams stehen im Artikel Spielplan für 5, 7 oder 10 Teams.

Wer parallel zur Reform-Umstellung im Verein eine Mädchenabteilung aufbaut, findet im Leitfaden Mädchenmannschaft gründen einen 6-Monats-Fahrplan inklusive Spielerinnen-Akquise, Trainerinnen-Suche und 12-Punkte-Selbstaudit für Vereinsstandards.

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Quellen

Spielformen, Feldgrößen, Spielzeiten und Rotation stammen aus der DFB-Jugendordnung und dem DFB-Leitfaden, die Abweichungen aus den Bestimmungen der Landesverbände. Die 70 × 50 m der D-Jugend im Diagramm stammen aus der DFB-Trainingsempfehlung zum 9 gegen 9.

  1. Deutscher Fußball-Bund (Stand: 21. August 2026). Jugendordnung, § 8, § 8a und Anhang IV: Bestimmungen für Spiele auf Kleinfeld (G-, F- und E-Junioren/Juniorinnen) und auf verkleinertem Spielfeld (D-Junioren/Juniorinnen). Quelle für Spielformen, Spielfeldgrößen, Tor- und Ballgrößen, Spieldauer und Rotation der G- bis E-Jugend (Teil 1, verbindlich seit 2024/25) sowie für die empfohlenen Spielformen der D-Jugend (Teil 2).
  2. Deutscher Fußball-Bund (Stand: 5. März 2026). Leitfaden für die Implementierung neuer Wettbewerbsformen in den Altersklassen U6-U11 und Kinderfußball: Spielformen in G-, F- und E-Jugend. Quelle für den Ablauf der Festivals, Rotation, Spielfortsetzungen und das 7 gegen 7.
  3. Deutscher Fußball-Bund (31. Mai 2022). FAQ zu den neuen Spielformen im Kinderfußball. Quelle für die Begründung der Reform, den Beschluss des Bundesjugendtags (Januar 2022) und des DFB-Bundestags (11. März 2022) und die Übergangszeit bis Sommer 2024.
  4. Wein, H. (2004). Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball. Hrsg. Peter Schreiner, Institut für Jugendfußball, 1. Auflage, ISBN 3-927570-60-5. Konzeptionelles Vorbild des 3 gegen 3 mit vier Mini-Toren („Mini-Fußball", heute meist „Funino").
  5. Deutscher Fußball-Bund. Trainingsphilosophie Deutschland. Quelle für die Verwendung des Begriffs „Funino" in den Trainingsempfehlungen des DFB.

Konkrete Werte stehen in den Bestimmungen deines Verbands, zum Beispiel beim BFV (Oberbayern), beim wfv, beim NFV, beim FVR, beim SFV und beim SBFV.

Häufig gestellte Fragen

Welche Spielformen gelten 2026/27 für die G-, F- und E-Jugend?
Seit 2024/25 verbindlich, Stand der Regeln 2026: G-Jugend (U6/U7) spielt 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 mit vier Minitoren ohne Torwart. F-Jugend (U8/U9) spielt 3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5. E-Jugend (U10/U11) spielt 4 gegen 4, 5 gegen 5, 6 gegen 6 oder 7 gegen 7. In G und F gibt es keine Meisterschaftsrunde, in der E-Jugend sind Turniere und je nach Landesverband Ligaspiele möglich. Quelle: DFB-Jugendordnung, Anhang IV (Stand 21. August 2026).
Was ist Funino und wie hängt es mit dem neuen DFB-Format zusammen?
Funino ist der Name für das 3 gegen 3 mit vier Minitoren, das der gebürtige Deutsche Horst Wein in seinem Heft von 2004 als „Mini-Fußball“ beschrieb. Im Regelwerk des DFB (Jugendordnung, Leitfaden, FAQ) steht das Wort nicht, dort heißt es „3 gegen 3 auf vier Mini-Tore“. In der Trainingsphilosophie Deutschland nutzt der DFB „Funino“ für Übungen, auch der wfv verwendet es in seinem Leitfaden.
Wie viele Mini-Tore brauche ich für ein G-Jugend-Festival?
Pro Spielfeld brauchst du vier Mini-Tore (zwei pro Mannschaft), maximal 2 mal 1,2 Meter groß. Bei drei bis fünf Feldern parallel sind das 12 bis 20 Mini-Tore. Wer keine Mini-Tore hat, markiert sie aus Hütchen oder Stangen; das reicht organisatorisch, kostet aber etwas Genauigkeit beim Torschuss. Ich würde lieber in echte Mini-Tore investieren, sie halten viele Saisons.
Bis wann gilt das Reform-Konzept, und wann beginnt klassisches 11 gegen 11?
Die verbindliche Regelung (Anhang IV, Teil 1) gilt für G- bis E-Jugend (U6 bis U11). Für die D-Jugend (U12/U13) empfiehlt die DFB-Jugendordnung 7 gegen 7, 8 gegen 8 oder 9 gegen 9; ob es eine Tabelle gibt, regelt der Landesverband. Ab der C-Jugend (U14/U15) ist nach der Jugendordnung auch 11 gegen 11 auf dem Normalspielfeld möglich; ob es die Regel ist, bestimmt dein Landesverband.
Was muss ich als Verein für die Umstellung organisieren?
Vier Schritte: erstens die Bestimmungen deines Landesverbands prüfen, weil die Verbände die DFB-Vorgaben unterschiedlich umsetzen. Zweitens eine Trainer-Schulung pro Saison, am besten vor Saisonstart. Drittens einen Eltern-Abend mit klarer Botschaft. Viertens den Heimspielbetrieb umstellen: Mini-Tore beschaffen, Felder markieren, Feldbetreuer briefen. Ich würde mindestens 4 Wochen Vorlauf vor dem ersten Heimspieltag einplanen.