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Baby Fútbol vs Futbolito: was die zwei Formate wirklich unterscheiden

Baby Fútbol vs Futbolito: was die zwei Formate wirklich unterscheiden

⚽ Baby Fútbol vs Futbolito: Chile spielt 5v5 auf 26×16m, Uruguay 9v9 auf Rasen. Regeln, Felddimensionen und Altersklassen im Vergleich für Trainer.

Aktualisiert am 16 Min. Lesezeit
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Auf einen Blick

  • Chile spielt Baby Fútbol als 5-gegen-5 auf einem 26×16m Hallenfeld mit 3×2m Toren und 2×20 Minuten Spielzeit.
  • Uruguay spielt Baby Fútbol als 9-gegen-9 (Alter 6–10) oder 7-gegen-7 (Alter 11–13) auf Rasenplätzen von 50 bis 60 Metern Länge.
  • Der Name kommt aus Uruguay: die ONFI-Kategorie der 13-Jährigen heißt offiziell „Babys“, daraus entstand der Sammelbegriff.
  • Futbolito ist in Chile meist die informelle Variante des 5-gegen-5, in Argentinien aber häufig Tischkicker.
  • Sonderregeln Chile: Tor nur aus dem Strafraum, Torwart-Abwurf nicht über Mittellinie, 3-Minuten-Zeitstrafe statt Gelber Karte.

Ein Trainer aus Santiago de Chile und einer aus Montevideo verstehen unter „Baby Fútbol" nicht dasselbe. Der Chilene meint 5 gegen 5 auf einem Indoor-Court von der Größe eines Basketballfelds, mit drei Meter breiten Toren und freier Rotation. Der Uruguayer meint 9 gegen 9 oder 7 gegen 7 auf Rasen, auf einem Feld von 50 mal 35 Metern, mit vier Meter breiten Toren und einer durchstrukturierten Liga, in der achtjährige Kinder dieselbe Position eine ganze Saison lang spielen. Beide haben recht. Beide nennen es Baby Fútbol.

Und dann kommt noch Futbolito dazu: das ist in Chile oft der informelle Begriff für genau das 5-gegen-5-Format, das Chiledeportes offiziell als Baby Fútbol bezeichnet. In Argentinien meinen Eltern damit eher den Tischkicker. In Mexiko spielt man Futbolito in der Pause auf dem Schulhof. Wer ein Turnier für lateinamerikanische Familien organisiert, läuft Gefahr, das falsche Feld zu mieten, die falsche Ballgröße zu kaufen oder eine Mannschaft mit zwei zu vielen Spielern aufzustellen.

Dieser Artikel räumt mit der Verwirrung auf. Wir zeigen, was Chile und Uruguay konkret unter dem Begriff verstehen, welche Regelunterschiede du im Turnierbetrieb wirklich kennen musst, und wie du für deinen Verein das passende Format auswählst.

Zwei Namen, zwei Länder, ein häufiges Missverständnis

Die Verwechslung ist nicht akademisch. Sie passiert jedes Wochenende in lateinamerikanischen Migrantenvereinen in Europa und den USA, wenn ein chilenischer Vater seinen Sohn zum „Baby Fútbol" anmelden möchte und das aufnehmende Vereinsbüro ihn zum uruguayischen Rasenformat schickt, wo der Sohn plötzlich zwischen acht statt vier Mitspielern verloren geht. Sie passiert in Chile, wenn ein Verein aus Concepción einen Trainer aus Uruguay anwirbt und sich nach zwei Wochen wundert, warum dieser auf einem 26-Meter-Court ein 9-gegen-9-Trainingsspiel ansetzt.

Der gemeinsame Nenner: beide Formate sind organisierter Kinderfußball auf verkleinertem Feld, mit Wechsel auf Anfrage, ohne Abseits-Regel im klassischen Sinne, mit klarer Trennung von Altersklassen. Der Unterschied liegt in den drei Zahlen, die wir gleich in der Tabelle zeigen: Spielerzahl, Feldgröße, Bodenbelag. Aus diesen drei folgen praktisch alle anderen Regelunterschiede automatisch.

Die Kurzfassung: Chile-Format vs Uruguay-Format

Wer keine Zeit für den Volltext hat, bekommt die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle.

MerkmalBaby Fútbol Chile (Chiledeportes)Baby Fútbol Uruguay (ONFI)
Spielerzahl5 gegen 5 (1 Torwart, 4 Feldspieler)9 gegen 9 (Alter 6–10) oder 7 gegen 7 (Alter 11–13)
Feldgröße26 m × 16 m (Basketballplatz-Format)50–60 m × 33,5–40 m
Tor3 m × 2 m4 m × 2 m
BelagHartboden, Halle, geschlossene CanchaNaturrasen oder Kunstrasen
Spielzeit2 × 20 Minuten, 5 Minuten PauseVariabel nach Kategorie, gemäß ONFI-Wettkampfreglement
BallKein verbindlicher Verband-Standard, meist Größe 4 oder Futsal-BallGröße 3 (6–9 Jahre), Größe 4 (10–13 Jahre)
WechselFreie Rotation jederzeitMaximal 9 Wechsel (6–10), maximal 11 (11–13), davon 3 in der Halbzeit
AltersgruppenVariabel je nach lokaler Liga8 offizielle Kategorien: Abejitas bis Babys

Wer beide Tabellenzeilen liest, sieht: das sind nicht zwei Varianten desselben Sports. Das sind zwei verschiedene Sportarten unter demselben Namen.

Baby Fútbol Uruguay: 1953, Rasen, 7-gegen-7

Uruguay hat Baby Fútbol erfunden. Die ersten organisierten Kinderfußball-Ligen entstanden in Montevideo Ende der 1950er-Jahre, und die heutige Dachorganisation Organización Nacional de Fútbol Infantil (ONFI) verwaltet inzwischen über 12.000 Mannschaften in acht Altersklassen. Die Statistik ist beeindruckend: rund 85 Prozent aller uruguayischen Jungen zwischen 6 und 13 Jahren spielen organisiertes Baby Fútbol, eine Quote, die in keinem anderen Land erreicht wird. Suárez, Cavani, Forlán, Cáceres, Valverde: jeder spätere Profi der Celeste hat seine Wochenenden zwischen sechs und dreizehn auf den Baby-Fútbol-Plätzen verbracht.

Auf der ONFI-Seite ist die offizielle Bezeichnung übrigens „Fútbol Infantil", nicht „Baby Fútbol". Der populäre Name geht historisch auf die jüngste Wettkampf-Division zurück: in den ONFI-Kategorien heißt die Stufe der 13-Jährigen offiziell „Babys", weil das die letzte Stufe vor dem Übertritt in die Jugend-Liga ist. Daraus entstand der landläufige Sammelbegriff für den gesamten Jugendbetrieb.

Wenn du noch nie ein uruguayisches Baby-Fútbol-Spiel live oder im Stadion gesehen hast, lohnt sich diese kurze Doku: sie zeigt, warum praktisch jeder Profi-Spieler des Landes durch dieses System gegangen ist und wie tief der Sport im uruguayischen Alltag verankert ist.

Doku auf YouTube

Die ONFI-Kategorien tragen liebevolle Kosenamen aus dem uruguayischen Spanisch, mit Verkleinerungssuffixen für die jüngeren Kinder:

  • Abejitas (6 Jahre), Grillitos (7), Chatitas (8), Churrinches (9), Gorriones (10): jeweils 9 gegen 9, maximal 9 Auswechselspieler
  • Semillas (11), Cebollitas (12), Babys (13): jeweils 7 gegen 7, maximal 11 Auswechselspieler

Diese Kategorien und Spielerzahlen sind im offiziellen ONFI-Regelwerk 2021, Regla 3 „Los Jugadores" auf Seite 12, dokumentiert. Dass die jüngeren Jahrgänge mit mehr Spielern auflaufen als die älteren, wirkt aus DFB-Sicht widersprüchlich, ist aber pädagogisch konsequent: dichtes 9 gegen 9 auf engem Feld maximiert Ballkontakte pro Kind, lockereres 7 gegen 7 auf demselben Feld gibt den älteren Spielern Raum für individuelle Technik.

Auf dem Feld spielt man die jüngeren Kategorien mit dem ONFI-Ball Größe 3 (60 cm Umfang, 340 bis 360 Gramm), ab zehn Jahren mit Ball Größe 4. Der Elfmeterpunkt liegt bei den jüngeren Kategorien acht Meter, bei den älteren neun Meter vor dem Tor. Diese Detailtreue ist typisch für ONFI: ein 74-seitiges Regelwerk regelt jeden Wettkampf-Aspekt für Sechsjährige bis Dreizehnjährige.

Baby Fútbol Chile: 5-gegen-5 auf dem Basketballfeld

Chile hat Baby Fútbol aus Uruguay importiert, dann aber den Sport an die eigene Infrastruktur angepasst. Wo in Uruguay jede Vereinsanlage einen kleinen Naturrasenplatz hat, war in vielen chilenischen Städten der Asphalt-Court oder die Indoor-Halle das praktischere Spielgerät. Das Resultat: Chile spielt Baby Fútbol auf einem Feld in der Größe eines Basketballplatzes, mit fünf statt neun Spielern pro Seite, und mit deutlich kürzeren Spielzeiten.

Das offizielle Regelwerk stammt von Chiledeportes, dem Instituto Nacional de Deportes der chilenischen Regierung. Die Eckdaten:

  • Feld: 26 Meter lang, 16 Meter breit, rechteckig wie ein Basketballplatz
  • Tor: 3 Meter breit, 2 Meter hoch, Pfosten weiß, mit Netz
  • Strafstoßpunkt: drei Meter vor dem Tor
  • Mittelkreis: ein Meter Radius
  • Mannschaftsgröße: fünf Spieler auf dem Feld, davon ein Torwart
  • Mindestspieler: drei, sonst wird das Spiel abgebrochen
  • Wechsel: jederzeit, beliebig oft, freie Rotation
  • Spielzeit: zwei Halbzeiten zu je 20 Minuten, fünf Minuten Pause

Diese Regeln sehen für jeden, der Futsal kennt, vertraut aus. Tatsächlich ist die chilenische Variante näher am internationalen Futsal als am uruguayischen Baby Fútbol. Der größte funktionale Unterschied ist die Tor-Regel: in Chile darf ein Tor nur aus dem Strafraum erzielt werden, ein direkter Schuss von der Mittellinie zählt nicht. Im Futsal gibt es diese Einschränkung nicht. Diese Regel macht aus Baby Fútbol Chile faktisch ein Spiel mit Pflicht-Spielzug, nicht ein Distanzschuss-Spektakel.

Was Chile von Futsal nochmal abhebt: der Torwart darf beim Abwurf nicht über die Mittellinie hinaus werfen, sonst gibt es einen Einwurf von der Mittellinie für die gegnerische Mannschaft. Der Torwart darf den Ball außerdem maximal vier Schritte mit der Hand führen, sonst Freistoß für die Gegner. Beides hält das Spiel zwingend im Aufbau aus der Verteidigung, kein langer Befreiungsschlag ist erlaubt.

Futbolito: Sammelbegriff für 5-gegen-5 in Lateinamerika

Während „Baby Fútbol" in Chile und Uruguay einen relativ klar definierten Liga-Sport bezeichnet, ist „Futbolito" der unschärfere Begriff. In Chile selbst meinen die meisten Eltern damit dasselbe Format wie das offizielle Chile-Baby-Fútbol: fünf gegen fünf, kleine Tore, Hartboden. Sie verwenden den Begriff aber meist für die informelle Variante: das Spiel zwischen Freunden auf dem Stadtteilplatz, das Pausen-Match in der Schule, das Sommerturnier auf dem Sandplatz.

In Argentinien hingegen heißt „Futbolito" oft Tisch-Fußball, also der mechanische Kasten mit den Drehgriffen. Wer einen Argentinier zum „Futbolito" einlädt, kommt im Zweifel mit einem Bier im Café an, nicht in der Sporthalle. In Mexiko meint Futbolito wiederum oft das Pausen-Spiel auf dem Schulhof in beliebiger Mannschaftsgröße, ohne festes Reglement.

Wer also für ein chilenisches Publikum schreibt oder organisiert, kann Futbolito und Baby Fútbol oft synonym verwenden, solange die informelle Variante gemeint ist. Für offizielle Liga-Bezeichnungen bleibt aber „Baby Fútbol" die richtige Wahl. Und international, wenn man mit ausländischen Schiedsrichtern oder Trainern kommuniziert, sollte man besser den Begriff Futsal verwenden, der weltweit von der FIFA codifiziert ist und keine Verwechslungsgefahr mit Tisch-Fußball oder Pausen-Match birgt.

Feld, Tor und Spielerzahl im konkreten Vergleich

Wer beide Regelwerke nebeneinander legt, sieht den fundamentalen Unterschied an drei Zahlen.

Feldgröße. Chile spielt auf 26 × 16 = 416 Quadratmetern. Uruguay spielt für die jüngsten Kategorien auf 50 × 33,5 = 1.675 Quadratmetern. Das ist die vierfache Fläche pro Mannschaft. Daraus folgt fast alles andere: dichteres Spiel, weniger Lauf, mehr Ballkontakte pro Minute in Chile; mehr Strecke und mehr Ausdauer in Uruguay.

Spielerzahl. Chile hat fünf Spieler auf dem Feld, Uruguay neun oder sieben. Pro Spieler bedeutet das in Chile etwa 83 Quadratmeter Bewegungsraum, in Uruguay etwa 186 Quadratmeter. Ein chilenisches Baby-Fútbol-Kind hat damit mehr Druck, schneller zu entscheiden, weniger Raum für lange Sprints. Ein uruguayisches Kind hat mehr Platz, mehr Optionen, mehr Möglichkeit zum Versteck im Pulk.

Bewegungsraum pro Spieler

Feldfläche geteilt durch die Spielerzahl pro Mannschaft.

83Chile (5v5, 26×16 m)186Uruguay (9v9, 50×33,5 m)M² PRO SPIELER

Chiledeportes-Regelwerk (Feldmaße 26×16 m, 5 Spieler) und ONFI Regla 3 'Los Jugadores' (Feldmaße 50–60 m × 33,5–40 m, 9 Spieler).

Torgröße. Chile mit 3 × 2 Metern (6 Quadratmeter Torfläche) ist kompakter als Uruguay mit 4 × 2 Metern (8 Quadratmeter). Das wirkt auf den ersten Blick klein. Im Verhältnis zur Feldgröße aber ist das chilenische Tor relativ größer: in Chile entspricht das Tor 1,4 Prozent der Feldfläche, in Uruguay nur 0,5 Prozent. Tore aus dem Spiel fallen in Chile deutlich häufiger als in Uruguay, einfach weil das Verhältnis Tor zu Feld viel höher ist.

Praktische Konsequenz für Trainer: Wer einen Auswahl-Spieler aus Chile in eine Uruguay-Mannschaft transferiert, bekommt einen technisch starken, aber konditionell ungewohnten Spieler. Umgekehrt bekommt der chilenische Trainer aus dem Montevideo-Transfer einen großräumig denkenden, aber im Pulk noch ungeübten Spieler.

Spielzeit, Ball und Auswechslungen

Die Spielzeit-Strukturen erzählen die Geschichte der jeweiligen Spielphilosophie.

Chile: zwei Halbzeiten zu je 20 Minuten, fünf Minuten Pause. 45 Minuten Gesamtzeit, ohne Wechsel-Unterbrechung. Wer pausenlos rotieren will, kann das tun, ohne dass die Uhr stoppt. Effektive Spielzeit liegt damit oft bei 35 bis 38 Minuten netto.

Uruguay: ONFI gibt keine starre Spielzeit für alle Kategorien vor, sondern delegiert das an das jeweilige Wettkampfreglement. In der Praxis spielen die jüngeren Kategorien zwei mal 25 Minuten, ältere bis zu zwei mal 30 Minuten. Wechsel kosten Zeit, weil sie offiziell beantragt werden müssen.

Ball. Chile schreibt keine spezifische Ballgröße im Reglement vor, in der Praxis wird mit Größe 4 oder einem Futsal-Ball mit reduziertem Sprung gespielt. Uruguay ist hier präziser: Größe 3 mit 60 Zentimetern Umfang für 6- bis 9-Jährige, Größe 4 mit 65 Zentimetern für 10- bis 13-Jährige. Der ONFI-Ball ist ein normaler Fußball, kein Futsal-Ball: er springt voll.

Wechsel. Hier liegen die Welten am weitesten auseinander. Chile: freie Rotation, jederzeit. Du kannst denselben Spieler in einer Halbzeit fünf mal raus- und reinwechseln. Uruguay: in den jüngeren Kategorien maximal neun Wechsel, in den älteren maximal elf, davon drei zwingend in der Halbzeitpause. Bei den Babys (13 Jahre) auf großem Feld sind nur sieben Wechsel erlaubt. Wer aus Chile nach Uruguay reist, muss sich an die Vor-Abend-Aufstellungsplanung gewöhnen.

Die wichtigsten Sonderregeln, die Trainer kennen sollten

Wer eine Mannschaft aus dem einen System ins andere transferiert, stolpert über fünf Sonderregeln.

1. Torwart darf nicht über die Mittellinie werfen (Chile). Bei Chiledeportes ist klar: wirft der Torwart den Ball mit der Hand über die Mittellinie hinaus, gibt es einen Einwurf für die gegnerische Mannschaft von der Mitte aus. Diese Regel zwingt zum gepflegten Spielaufbau aus der Verteidigung. In Uruguay gilt diese Regel nicht.

2. Tor nur aus dem Strafraum gültig (Chile). Ein direkter Schuss von der eigenen Hälfte zählt in Chile nicht als Tor. Der Ball muss vor dem Torabschluss innerhalb der Strafraumzone des Gegners gespielt werden. Damit verschwindet die Distanzschuss-Romantik fast komplett aus dem Spiel.

3. Zeitstrafe statt Gelber Karte (Chile). Chile kennt keine Gelbe Karte im klassischen Sinne. Stattdessen wird ein Spieler bei wiederholtem oder grobem Foul für drei Minuten vom Platz gestellt. In dieser Zeit spielt das Team in Unterzahl. Uruguay folgt dem FIFA-Standardmodell mit Gelb-Rot.

4. Pflicht-Wechsel bei 11- bis 13-Jährigen (Uruguay). Bei den ONFI-Kategorien Semillas, Cebollitas und Babys müssen drei der bis zu elf Wechsel zwingend in der Halbzeitpause vollzogen werden. Das soll garantieren, dass auch die Ersatzspieler echte Spielzeit bekommen, nicht erst in den letzten Minuten.

5. Strafstoß-Distanz altersabhängig (Uruguay). Bei den 10- bis 13-Jährigen liegt der Elfmeterpunkt neun Meter vor dem Tor, bei den jüngeren Kategorien acht Meter. Chile hat einen festen Punkt bei drei Metern.

Diese Punkte sind keine Trivialitäten. Wer ein internationales Turnier zwischen Vereinen aus Chile und Uruguay organisiert, muss sich vorab auf ein Reglement einigen, sonst gibt es im ersten Spiel Diskussionen über die ersten Tore und die ersten Foul-Entscheidungen.

Welches Format für welche Altersklasse und welchen Verein?

Wer in Chile lebt oder einen Verein in Lateinamerika gründet, hat in der Praxis selten die Wahl zwischen beiden Formaten: die lokale Liga, in die du eintreten willst, schreibt das Format vor. Aber wer flexibel ist, etwa als Schulclub mit eigenem Platz oder als Migrantenverein in Deutschland, kann sich aktiv entscheiden. Drei Fragen helfen.

Drei Filterfragen, die das richtige Format vorab klären.

Welcher Platz?

Hartboden, Halle oder Court bis 30 m: Chile-5v5. Naturrasen ab 40 m: Uruguay-7v7 oder 9v9.

Wie viele Spieler?

6 bis 8 aktive Spieler: nur Chile-Format. 12 bis 15: beides geht. Ab 18: zwei Mannschaften.

Welche Liga vor Ort?

In Chile Chiledeportes-Liga, in Uruguay ONFI. In Deutschland mit Latino-Hintergrund die DFB-Futsal-Liga, weil Baby Fútbol nicht institutionalisiert ist.

Frage 1: Welchen Platz hast du verfügbar?

  • Hartboden, Halle, Asphalt-Court oder Sandplatz von 20 bis 30 Meter Länge: Chile-Format Baby Fútbol oder Futbolito
  • Naturrasen oder Kunstrasen von mindestens 40 Meter Länge: Uruguay-Format Baby Fútbol

Frage 2: Wie viele Spieler pro Jahrgang stehen dir zur Verfügung?

  • Sechs bis acht aktive Spieler: Chile-Format ist machbar, Uruguay nicht
  • Zwölf bis fünfzehn Spieler: beide Formate gehen
  • Mehr als 18 Spieler: Uruguay-Format mit zwei Mannschaften oder Chile-Format mit drei Teams im Wettkampf

Frage 3: Welche Liga existiert im Umkreis?

  • In Chile: praktisch immer Baby Fútbol per Chiledeportes-Modell oder eine Futbolito-Liga
  • In Uruguay: ONFI-Liga in der jeweiligen Stadt oder Region
  • In Deutschland mit Latino-Hintergrund: die Futsal-Liga des DFB, weil weder Baby-Fútbol-Format institutionalisiert ist

Für den deutschen Vereinsalltag ist Futsal das offizielle Pendant zu beiden LatAm-Formaten — wie du es als Hallensaison-Format mit Jugendlichen nutzt, beschreibt der Futsal-Praxis-Leitfaden für Trainer im Detail.

Wer den Planungsaufwand für ein Turnier in jedem dieser Formate minimieren will, nutzt ein Tool wie AreaCopa und spart sich die Excel-Tabellen für Spielplan, Mannschaftsmeldung und Schiedsrichter-Einteilung.

So planst du dein erstes Baby-Fútbol- oder Futbolito-Turnier

Vier konkrete Schritte für den Erstaufschlag, unabhängig vom Format.

Schritt 1: Wähle das Format vor der Einladung. Lege fest, ob du Chile-5v5 oder Uruguay-7v7/9v9 spielen willst, bevor du Mannschaften einlädst. Trage Felddimensionen, Torgröße und Spielzeit explizit auf die Einladung. Sonst kommt eine Mannschaft mit neun Spielern auf einen Platz für fünf.

Schritt 2: Plane die Mannschaftsanzahl. Sechs bis acht Mannschaften ergeben ein Halbtages-Turnier in Chile-Format mit zwei Gruppen und Final-KO. In Uruguay-Format reichen vier bis sechs Mannschaften, weil die Spiele länger dauern.

Schritt 3: Definiere das Reglement schriftlich. Schreib auf, welches Sonderregel-Set gilt: greift die Chile-Strafraum-Tor-Regel? Wie viele Wechsel sind erlaubt? Wie lang ist die Halbzeit? Diese drei Punkte solltest du in einem einseitigen PDF an alle Trainer schicken, bevor das Turnier startet. Wer den Spielplan strukturiert aufsetzen will, findet hier eine Vorlage für 5, 7 oder 10 Teams.

Schritt 4: Plane Schiedsrichter im Voraus. Chile-Format braucht zwei Schiedsrichter pro Spiel (so empfiehlt es Chiledeportes), Uruguay einen plus optional Linienrichter. Plane mindestens vier Schiedsrichter für ein Tagesturnier mit zwei Feldern parallel ein.

Diese vier Schritte ersparen dir die meisten Streits am Spielwochenende. Den Rest, also Spielplan, Tabelle, Schiedsrichter-Plan und Eltern-Kommunikation, kannst du in 20 Minuten mit einem Turnier-Tool aufsetzen, statt mit fünf Excel-Tabellen drei Abende in der Vereinskneipe zu verbringen.

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Quellen

  • ONFI: Reglas de juego 2021, Stand 08/2021. Spielerzahl pro Kategorie (Regla 3), Felddimensionen, Ballgrößen, Wechselregeln und Elfmeterpunkt-Distanz für die acht ONFI-Altersklassen Abejitas bis Babys.
  • Chiledeportes / Instituto Nacional de Deportes: Reglamento de Baby Fútbol. Felddimensionen 26×16 m, Tor 3×2 m, Strafstoßpunkt-Distanz 3 m, 5v5-Mannschaftsgröße, Spielzeit 2×20 min, Sonderregeln (Tor nur aus dem Strafraum, Torwart-Abwurf nicht über Mittellinie, 3-Minuten-Zeitstrafe).
  • FIFA: Futsal Laws of the Game 2022/23. Felddimensionen 40×20 m und Standard-Futsal-Regeln als Vergleichsgrundlage für die internationale Einordnung beider Formate.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der größte Unterschied zwischen Baby Fútbol und Futbolito?
Beide Begriffe bezeichnen in Chile praktisch dasselbe Format: 5 gegen 5 auf einem Hallenfeld von 26×16 Metern. Baby Fútbol ist die offizielle Liga-Bezeichnung per Chiledeportes-Regelwerk, Futbolito der populäre Sammelbegriff für die informelle Variante auf der Straße, im Schulhof oder im Stadtteilplatz. In Uruguay hingegen ist Baby Fútbol ein 9-gegen-9-Sport auf Rasen, dort wird der Begriff Futbolito kaum verwendet.
Warum heißt der Sport in Uruguay 'Baby Fútbol', obwohl auch 13-Jährige spielen?
Die Organización Nacional de Fútbol Infantil (ONFI) gliedert ihren Wettkampf in acht Altersklassen, und die Kategorie der 13-Jährigen heißt offiziell „Babys“, weil das die letzte Stufe vor dem Übertritt in die Jugend-Liga ist. Der populäre Sammelbegriff „Baby Fútbol“ für den gesamten Jugendbetrieb leitet sich aus diesem Kategorienamen ab. Offiziell heißt der Sport in Uruguay „Fútbol Infantil“.
Welcher Ball wird im Baby Fútbol gespielt?
Uruguay schreibt es klar vor: Größe 3 mit 60 cm Umfang und 340 bis 360 Gramm für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren, Größe 4 mit 65 cm Umfang und 380 bis 400 Gramm für die 10- bis 13-Jährigen. Chile hat keinen verbindlichen Verband-Standard, in der Praxis wird ein Größe-4-Ball oder ein Futsal-Ball mit reduziertem Sprung verwendet, abhängig vom Hallenbelag und der Liga-Ordnung.
Wie groß ist das Feld beim Baby Fútbol in Chile?
Das Chiledeportes-Regelwerk gibt 26 Meter Länge und 16 Meter Breite vor, also fast exakt die Maße eines Basketballplatzes. Das Tor misst 3 Meter Breite und 2 Meter Höhe, der Strafstoßpunkt liegt 3 Meter vor dem Tor. Der Mittelkreis hat 1 Meter Radius. Diese Maße sind kompakter als beim Futsal (40×20m) und deutlich kleiner als das uruguayische Baby-Fútbol-Feld (50–60 Meter Länge).
Kann ich ein Baby-Fútbol-Turnier mit nur 6 Mannschaften organisieren?
Im Chile-5v5-Format funktioniert das gut: zwei Dreiergruppen, jeder gegen jeden, dann Halbfinale Erster gegen Zweiter über Kreuz, dann Finale. Bei 2×20-Minuten-Spielen passen die nötigen 9 Spiele in einen Halbtages-Turniertag von 4 Stunden. Im Uruguay-9v9-Format dauert dasselbe Turnierschema deutlich länger, plane dann einen vollen Tag von 8 Stunden ein. Lege das Format und die Spielzeit vor dem Versand der Einladungen schriftlich fest, sonst verliert dein Turnier den Zeitplan.