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Junger Spieler dribbelt beim U9–U11 Dribbling-Training mit dem Ball am Innenspann durch Hütchengassen auf einem Rasenplatz.

Dribbling-Übungen für U9, U10, U11: 9 Übungen mit Coaching-Plan

⚽ Neun Dribbling-Übungen für U9, U10 und U11: mit Aufbau, Coaching-Punkten und 60-Minuten-Trainingsplan, auch für Quereinsteiger-Trainer.

Aktualisiert am 16 Min. Lesezeit
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Auf einen Blick

  • Zwischen 7 und 11 Jahren ist das motorische Lernfenster für Dribbling am offensten; 1-gegen-1-Situationen entscheiden im Kinderfußball über fast jedes Tor.
  • U9 braucht simple Wiederholungen, U10 erste Entscheidungen, U11 Dribbling als Mittel zum Passöffnen; wer alle drei Jahrgänge gleich trainiert, langweilt oder überfordert.
  • Jeder Spieler braucht einen eigenen Ball; wer sich zu viert einen teilt, hat nur 25 % der Ballkontaktzeit, die möglich wäre.
  • Schlangestehen abschaffen: parallele Stationen oder Kreisform, in der alle gleichzeitig dribbeln; sonst ist die Konzentration weg, bevor das vierte Kind drankommt.
  • Maximal zwei Sätze erklären, dann vormachen, dann loslassen; Korrekturen gibt es nach fünf Minuten, nicht alle drei.

Du übernimmst eine Jugendmannschaft, hast vielleicht selbst nie organisiert Fußball gespielt, und sollst am Dienstag eine Trainingseinheit zum Dribbling leiten. Im Internet findest du tausend Übungen, aber keine Antwort darauf, welche zu deiner Altersstufe passt und worauf du beim Coachen achten musst. Genau dafür ist dieser Artikel.

Du bekommst neun konkrete Dribbling-Übungen, drei pro Altersstufe (U9, U10, U11), jeweils mit Aufbau, Ablauf, Coaching-Punkten und einer Variation. Dazu erklärt der Artikel, was sich zwischen den Jahrgängen real verändert, vier Coaching-Grundregeln, die du auch ohne Trainerlizenz sofort umsetzen kannst, und einen kompletten 60-Minuten-Trainingsplan, den du am Dienstag eins zu eins nehmen kannst.

Warum Dribbling die Kern-Fähigkeit dieser Altersstufe ist

Im Erwachsenenfußball schaut alles auf Pässe, Pressing-Linien und Spielsysteme. Im Kinderfußball ist das anders. Bei Acht- bis Elfjährigen entscheidet das 1-gegen-1 über fast jedes Tor. Wer den Ball nicht halten kann, wenn ein Gegner anläuft, verliert ihn. Wer ihn halten kann, hat Tor- oder Vorlagenchance.

Das hat zwei Gründe:

  • Spielfeldgrößen. U9 spielt 5 gegen 5, U10 und U11 meist 7 gegen 7. Auf diesen kleinen Feldern ist der Raum knapp und der Gegner schnell da. Wer den Ball erst nach drei Berührungen unter Kontrolle bringt, hat ihn schon verloren.
  • Taktische Reife. Acht- bis Elfjährige verstehen Pass-Geometrie und Verschiebebewegungen noch nicht stabil. Sie verstehen aber sehr gut, wie sie an einem Gegenspieler vorbeikommen, wenn man es ihnen oft genug zeigt.

Ein Spieler, der mit zwölf Jahren sicher dribbelt, hat den Rest seines Fußballerlebens einen Vorteil. Pässe lernen Kinder später. Dribbling muss früh kommen, weil kindgemäßes Techniktraining in dieser Altersstufe nach DFB-Trainerlehre und Horst Wein den höchsten Wirkungsgrad hat.

Was sich zwischen U9, U10 und U11 wirklich verändert

Trainerratgeber tun oft so, als wäre „Jugendfußball" eine homogene Phase. Ist sie nicht. Zwischen einem Achtjährigen und einem Elfjährigen liegen Welten, sowohl körperlich als auch kognitiv. Wer eine U9 wie eine U11 trainiert, langweilt die einen und überfordert die anderen.

U9 (7 bis 8 Jahre). Ballverliebt, kurze Konzentrationsspanne (real: 60 bis 90 Sekunden Vollkonzentration), motorisch noch ungelenk. Dribbling-Übungen müssen einfach, repetitiv und mit klarem Reiz sein („Lauf zum roten Hütchen"). Komplexe Anweisungen verpuffen. Ziel: viele Ballkontakte, Spaß am Tempo, erste Innen- und Außenseiten-Technik.

U10 (8 bis 9 Jahre). Erste motorische Stabilität, Konzentration auf 2 bis 3 Minuten ausdehnbar, Wettkampfgeist wächst. Dribbling-Übungen können erste Entscheidungen enthalten („durch welches Tor dribbelst du?"). Ziel: Bewegung mit dem Ball unter Tempo, erste 1-gegen-1-Situationen mit Gegner.

U11 (9 bis 10 Jahre). Klare Asymmetrie zwischen Spielern: einige sind motorisch und kognitiv schon weit fortgeschritten, andere noch im Übergang. Dribbling-Übungen können Entscheidungen, Drucksituationen und einfache Kombinationen enthalten. Ziel: Dribbling als Mittel, nicht Selbstzweck. Also „Dribbling, um eine Pass-Linie zu öffnen" oder „Dribbling, um aus der Bedrängnis zu kommen".

Eine Dribbling-Übung, die für die U10 perfekt ist, kann in der U9 zu komplex und in der U11 zu langweilig sein. Deshalb in diesem Artikel pro Altersstufe drei dedizierte Übungen.

Was sich zwischen U9, U10 und U11 verändert

Konzentration, Trainingsfokus und Komplexität auf einen Blick.

U9
7 bis 8 Jahre
Konzentrationsspanne
60 bis 90 Sekunden Vollkonzentration
Trainingsfokus
Viele Ballkontakte, Tempo, Innen-/Außenseite
Übungskomplexität
Einfach, repetitiv, klarer Reiz
U10
8 bis 9 Jahre
Konzentrationsspanne
auf 2 bis 3 Minuten ausdehnbar
Trainingsfokus
Bewegung mit Ball, erste 1-gegen-1 mit Gegner
Übungskomplexität
Erste Entscheidungen (welches Tor?)
U11
9 bis 10 Jahre
Konzentrationsspanne
belastbar unter Druck
Trainingsfokus
Dribbling als Mittel: Pass-Linie öffnen, Druck lösen
Übungskomplexität
Entscheidungen, Druck, einfache Kombinationen

Stufengliederung in Anlehnung an DFB-Trainerlehre und Wein-Schule.

Diese drei Altersstufen sind auch die Phase, in der seit der DFB-Reform neue Spielformen gelten (3 gegen 3 mit Minitoren, 5 gegen 5, 7 gegen 7). Wie die Spielformen je Jahrgang aufgebaut sind, steht im Artikel zu Spielformen im Kinder- und Jugendfußball 2026. Dribbling im Spielform-Kontext zu schulen ist genau die Funino-Logik. Der Funino-Trainerleitfaden zeigt acht passende Spielform-Varianten für die Hauptphase.

Vier Coaching-Grundregeln für jede Dribbling-Einheit

Ohne Trainerlizenz, mit erstmals einer Trillerpfeife in der Hand: diese vier Regeln machen 80 % des Unterschieds zwischen einer guten und einer schlechten Trainingseinheit. Wenn du sonst nichts mitnimmst, dann diese.

1. Jeder Spieler braucht einen Ball. Klingt banal, ist es nicht. Wenn vier Kinder sich einen Ball teilen, hat jedes 25 % der Ballkontaktzeit, die es haben könnte. Wein-Schule, kurz gerechnet: Im 4-gegen-4 hat ein Spieler etwa fünfmal so viele Ballkontakte wie im 11-gegen-11. In der U9 zielt der DFB-Trainerleitfaden auf "viele, viele, viele Ballkontakte" pro Einheit, in der Praxis um die tausend. Wenn du nur zwei Bälle hast, geh zum Sportwart, schreib eine WhatsApp an die Eltern, leih dir Bälle bei der Frauen-Mannschaft. Aber lass die Kinder nicht warten.

Ballkontakte: 11-gegen-11 vs. 4-gegen-4

Im kleinen Spielformat hat ein einzelner Spieler etwa fünfmal so viele Ballkontakte pro Trainingseinheit.

11-gegen-114-gegen-4

Wein-Schule (Spielintelligenz im Fußball); siehe auch DFB-Trainerleitfaden Bambini bis D-Jugend.

2. Schlange-Stehen ist verboten. Klassiker: acht Kinder stehen in einer Reihe, eines dribbelt durch den Parcours, die anderen warten. Beim ersten ist die Konzentration weg, bevor das vierte überhaupt drangekommen ist. Bau lieber zwei oder drei parallele Stationen oder wechsle zur Kreis-Form, in der alle gleichzeitig dribbeln.

3. Anweisungen so kurz wie möglich. Wer beim Erklären drei Schachtelsätze braucht, hat die Übung selbst noch nicht durchdacht. Maximal zwei Sätze, dann Vormachen, dann Anfangen. Nachjustieren passiert während der Übung, nicht davor.

4. Machen lassen, dann korrigieren. Anfänger-Trainer halten alle drei Minuten an, um eine Korrektur zu zeigen. Das ist gut gemeint und tötet jeden Trainingsfluss. Lass die Kinder fünf Minuten dribbeln, dann pfeif, gib eine Coaching-Information („Schaut beim Dribbling kurz hoch!"), dann weiter.

Drei Dribbling-Übungen für die U9

Slalom mit Hütchenreihe

Slalom mit Hütchenreihe

Innenseite und Außenseite im Wechsel, am Ende stoppen und zurück.

AStart

Aufbau. Sechs Hütchen in einer Reihe, Abstand 1 Meter, pro Spieler eine Reihe. Bei Materialknappheit zwei Reihen für je vier Spieler, dann läuft jeweils einer.

Ablauf. Spieler dribbelt mit dem Ball durch die Hütchen, Innenseite und Außenseite im Wechsel. Am Ende der Reihe Ball mit Sohle stoppen, drehen, zurück.

Coaching-Punkte.

  • Ball möglichst nah am Fuß
  • Beide Füße benutzen, nicht nur den starken
  • Kopf zwischen den Hütchen kurz hoch

Variation. Auf Kommando „Wechsel!" zur anderen Reihe wechseln. Bringt Reaktion ins Spiel.

Ampelspiel (Rot-Gelb-Grün)

Ampelspiel

Alle dribbeln im Quadrat, Trainer ruft Farben.

STOPPFuß auf den Balllangsamkleine SchritteVollgasSprint mit BallTrainer ruft eine Farbe — die Ringfarbe zeigt, was die Spieler gerade tun

Aufbau. Großes Quadrat, ca. 15 mal 15 Meter, alle Kinder mit Ball innerhalb des Quadrats.

Ablauf. Kinder dribbeln frei. Trainer ruft Farben:

  • „Grün": Vollgas-Dribbling
  • „Gelb": langsames Dribbling
  • „Rot": Ball stoppen mit Sohle

Coaching-Punkte.

  • Ball auch im Vollgas nicht weit vom Fuß
  • Beim Stoppen sofort still, keine Spielereien mit der Sohle
  • Nicht zusammenrennen, Köpfe oben

Variation. Zusätzliche Kommandos: „Drehen!" (komplette Drehung mit Ball), „Tausch!" (Ball mit Mitspieler tauschen).

Schatten-Dribbling im Paar

Schatten-Dribbling

B folgt A im Abstand von etwa zwei Metern.

ABSchatten

Aufbau. Paare bilden, jedes Paar im freien Raum, ein Ball pro Paar.

Ablauf. Vorderer Spieler dribbelt frei, hinterer Spieler ist der „Schatten" und folgt im Abstand von zwei Metern. Nach 60 Sekunden Tausch.

Coaching-Punkte.

  • Vorderer ändert Tempo und Richtung, nicht nur geradeaus laufen
  • Hinterer hält gleichen Abstand, läuft nicht vorbei
  • Beide schauen kurz hoch, nicht nur auf den Ball

Variation. Auf Pfiff übergibt der vordere Spieler den Ball dem Schatten, ohne stehenzubleiben. Reaktions-Element.

Drei Dribbling-Übungen für die U10

Hütchen-Tor-Dribbling auf Zeit

Hütchen-Tor-Dribbling auf Zeit

In 60 Sekunden durch so viele Hütchen-Tore wie möglich.

A

Aufbau. Vier Hütchen-Tore (zwei Hütchen je 1 Meter Abstand) im Quadrat verteilt, ca. 15 mal 15 Meter. Pro Spieler ein Ball.

Ablauf. Auf Pfiff: 60 Sekunden Zeit, durch so viele Hütchen-Tore wie möglich dribbeln. Jedes Tor zählt. Trainer kann zählen, oder die Kinder zählen selbst.

Coaching-Punkte.

  • Tempo-Wechsel zwischen den Toren
  • Nicht zweimal hintereinander durch dasselbe Tor
  • Beim Durchdribbeln Ball klar unter Kontrolle

Variation. Zwei Gruppen, Wettkampf: welche Gruppe schafft mehr Tore zusammen? Wettkampf in dieser Altersstufe wirkt enorm motivierend.

1-gegen-1 mit Wende-Linie

1-gegen-1 mit Wende-Linie

Wer zuerst durch das gegnerische Tor dribbelt, gewinnt. Ab Mittel-Linie darf attackiert werden.

ABTor

Aufbau. Quadrat 10 mal 10 Meter, eine Mittel-Linie aus Hütchen, zwei kleine Tore an gegenüberliegenden Seiten.

Ablauf. Zwei Spieler, je ein Ball. Spieler A dribbelt von seiner Seite Richtung Tor B, Spieler B von seiner Seite Richtung Tor A. Wer zuerst durch das gegnerische Tor dribbelt, gewinnt. Ab der Mittel-Linie dürfen die Spieler den Gegner attackieren, also Ball klauen versuchen.

Coaching-Punkte.

  • Mit dem Ball direkt aufs Tor zu, nicht im Bogen
  • Beim Gegenspieler Tempo wechseln, nicht stehenbleiben
  • Schwacher Fuß zählt, nicht alles über den starken Fuß lösen

Variation. Gewinner bleibt, Verlierer wechselt. Bringt Wettkampfdruck und Sieger-Mentalität.

Vier-Tore-Spiel

Vier-Tore-Spiel: Entscheidung statt Sprint

Vier kleine Tore zwingen die Angreifer, das schwächer verteidigte Tor zu wählen, statt nur geradeaus zu laufen.

2 Tore: nur ein WegSchnellster gewinnt, Wahrnehmung ist nebensächlich4 Tore: EntscheidungWo ist das schwächer verteidigte Tor?

Konzept nach Horst Wein (Funino); seit der DFB-Reform 2024 Standardformat in G- und F-Jugend.

Aufbau. Spielfeld 20 mal 15 Meter, vier kleine Tore (Hütchen oder Stangen), in jeder Ecke eines.

Ablauf. 4 gegen 4. Ein Team verteidigt zwei Tore, das andere greift auf zwei andere Tore an. Tor zählt nur durch Dribbling, keine Pässe ins Tor.

Coaching-Punkte.

  • Wenn der Gegner kommt, Ball schützen mit dem Körper
  • Vor dem Dribbel-Tor Tempo aufnehmen
  • Auf das schwächer verteidigte Tor wechseln, nicht ins volle Loch laufen

Variation. Pässe sind erlaubt, aber nur das letzte Drittel muss durch Dribbling kommen.

Das Vier-Tore-Spiel ist eine vereinfachte Form von Horst Weins Funino (3-gegen-3 mit vier Mini-Toren), das seit der DFB-Reform 2024 in G- und F-Jugend als Standardspielform empfohlen wird. Wer das Original-Format kennt, kann das Vier-Tore-Spiel auch direkt als 3-gegen-3 Funino fahren.

Drei Dribbling-Übungen für die U11

1-gegen-1 aus dem Lauf

1-gegen-1 aus dem Lauf

Verteidiger startet zwei Sekunden später von der Seite.

AVStart-LinieAngreiferVerteidiger (+2s)Tor

Aufbau. Spielfeld 15 mal 10 Meter, ein kleines Tor an einer Schmalseite, eine Start-Linie an der gegenüberliegenden Seite.

Ablauf. Angreifer startet von der Start-Linie mit Ball. Verteidiger startet zwei Sekunden später, von der Seite. Angreifer muss durchdribbeln und ins Tor schießen.

Coaching-Punkte.

  • Im Antritt Tempo aufbauen, nicht erst beim Verteidiger entscheiden
  • Erste Berührung in den Raum, nicht klein, nicht zu groß
  • Beim Gegenspieler eine klare Aktion: Tempowechsel, Übersteiger oder Sohle

Variation. Verteidiger startet hinten, also als Verfolger. Andere Dynamik, Angreifer muss Ball schützen statt nur attackieren.

Dribbel-Parcours mit Entscheidungspunkt

Dribbel-Parcours mit Entscheidungspunkt

Kurz vor dem Y zeigt der Trainer eine Farbe — links oder rechts entscheiden.

ATTrainer (Farbsignal)links oder rechts?

Aufbau. Slalom aus vier Hütchen, danach ein „Y" aus zwei Hütchen-Toren (links und rechts). Hinter den Toren ein Trainer mit zwei Leibchen-Farben.

Ablauf. Spieler dribbelt durch den Slalom. Kurz vor dem Y zeigt der Trainer eine Farbe. Spieler muss entscheiden: links oder rechts.

Coaching-Punkte.

  • Beim Slalom Kopf hochbekommen, sonst sieht man die Farbe nicht
  • Entscheidung früh treffen, nicht erst auf der Linie
  • Saubere Tempo-Wechsel, sonst ist die Entscheidung zu spät

Variation. Statt Trainer-Signal: zweiter Spieler als „lebender Verteidiger", der links oder rechts steht. Angreifer muss am Verteidiger vorbei.

Überzahl-Dribbling 2-gegen-1

Überzahl-Dribbling 2-gegen-1

Erst nur durch Dribbling, dann Pass erlaubt.

A1A2VTorA1 mit BallA2 freiVerteidiger

Aufbau. Spielfeld 12 mal 10 Meter, ein kleines Tor, drei Spieler: zwei Angreifer, ein Verteidiger.

Ablauf. Angreifer beginnen mit Ball gegenüber dem Tor, Verteidiger steht zwischen Angreifern und Tor. Angreifer müssen durch Dribbling und Pass den Verteidiger ausspielen und Tor erzielen. Erste Phase: Tor zählt nur nach Dribbling. Zweite Phase: Pass ist erlaubt.

Coaching-Punkte.

  • Mit dem Ball direkt auf den Verteidiger zudribbeln, nicht ihn umlaufen
  • Wenn der Verteidiger sich auf einen festlegt, der andere wird frei. Wahrnehmen und Pass spielen.
  • Tempo-Wechsel kurz vor dem Verteidiger, nicht weit weg

Variation. Zweiter Verteidiger, also 2 gegen 2. Schwerer, aber realistischer.

Beispiel-Trainingsplan: 60 Minuten Dribbling-Einheit für die U10

Das hier ist ein kompletter Plan, den du eins zu eins für die U10 nehmen kannst. Für die U9: weniger Wettkampf, mehr Wiederholungen. Für die U11: mehr Druck, längere 1-gegen-1-Phasen.

60-Minuten-Trainingsplan

Proportional zur Zeit: Aufwärmen, Technik-Block, Drucksituationen, Abschlussspiel.

10'AufwärmenLauf-ABC, Ampel15'Technik-Blockohne Gegner3'PauseCoaching-Info22'Drucksituationen1-gegen-110'SpielformVier-Tore-Spiel60 MINUTEN

Aufteilung folgt DFB-Trainerleitfaden Bambini bis D-Jugend (mindestens 50 % Abschlussspiel).

Minute 0 bis 10: Aufwärmen

  • Lauf-ABC mit Ball: Knie hoch, Anfersen, Seitsteps, jeweils mit Ball am Fuß
  • Ampelspiel light: Rot-Gelb-Grün ohne Wettkampf, nur Eingewöhnung

Minute 10 bis 25: Technik-Block ohne Gegner

  • Slalom mit Hütchenreihe (zwei Reihen parallel, jeder läuft viermal durch)
  • Hütchen-Tor-Dribbling auf Zeit (zwei Runden à 60 Sekunden, dazwischen 30 Sekunden Pause)

Minute 25 bis 28: Trinkpause und kurze Coaching-Info (max. 90 Sekunden Reden)

Eine Information: „Beim Dribbling kurz hoch schauen, wo ist der Raum?"

Minute 28 bis 50: Drucksituationen mit Gegner

  • 1-gegen-1 mit Wende-Linie (vier Paare parallel, je 90 Sekunden, dann Tausch, insgesamt fünf bis sechs Durchgänge)

Minute 50 bis 60: Spielform

  • Vier-Tore-Spiel (4 gegen 4, falls acht Spieler. Sonst 3 gegen 3 mit zwei Toren)

Was du als Trainer in den 60 Minuten machst:

  • Aufbau am Spielfeldrand vorbereiten, bevor das Training beginnt. Sonst gehen 15 Minuten am Anfang verloren.
  • Trinkpause nicht vergessen, gerade im Sommer.
  • Eine Coaching-Information pro Block, nicht zwölf.
  • Letzte Spielform offen lassen: nicht reinpfeifen, nur die Tore zählen.

Vier typische Fehler von Quereinsteiger-Trainern

Ohne Lizenz, ohne Hospitanz, mit gutem Willen: die folgenden vier Fehler haben fast alle gemacht, die zum ersten Mal eine U9 oder U10 trainiert haben. Sie sind reparierbar, sobald man sie kennt.

Fehler 1: lange Erklärungen. Zwei Sätze, dann Vormachen. Wer mehr als zwei Sätze braucht, hat die Übung selbst noch nicht durchdacht. Stoppe dich beim Erklären, formuliere kürzer, und mach lieber zweimal vor als einmal lang erklären.

Fehler 2: Korrigieren statt machen lassen. Wenn du alle drei Minuten anhältst, um einen Spieler zu korrigieren, läuft kein Trainingsfluss. Kinder lernen Bewegungen durch Wiederholung, nicht durch Erklärung. Lass laufen. Korrigiere am Ende der Übung, nicht alle 30 Sekunden.

Fehler 3: nur ein Ball für alle. Wenn der Verein keinen Ballschrank hat, frag bei der Frauen-Mannschaft, leih dir vom Hauptverein, schreib eine WhatsApp an die Eltern. Ein Trainings-Tag mit zu wenigen Bällen ist ein verlorener Tag, weil die Hälfte der Kinder wartet statt übt.

Fehler 4: Frontalunterricht statt Spielform. Acht- bis Elfjährige lernen am besten in echten Spielsituationen, also mit Gegner, Tor und Ergebnis. Ein systematisches Review von Piri et al. (2026) bestätigt: Spielform-basierte Methoden (small-sided games, conditioned games) steigern taktisches Verständnis, Entscheidungsverhalten und Engagement zuverlässig stärker als isolierte Drills. Der DFB-Trainerleitfaden für Bambini bis D-Jugend ist sogar noch konkreter: mindestens die Hälfte jeder Trainingseinheit soll Abschlussspiel in irgendeiner Variante sein, nicht 30 %. Reine Technik-Übungen ohne Gegner gehören in den Trainings-Mix, dürfen aber nie die Mehrheit sein.

Vom Übungsplatz ins Spiel: Dribbling im Wettkampf testen

Was im Training sicher sitzt, kommt im Spiel oft nicht raus. Druck, Publikum, Gegnertypen sind anders. Dribbling-Coaching hat sein Ziel erreicht, wenn ein Spieler im echten Spiel den Mut behält, mit dem Ball am Fuß auf einen Gegenspieler zuzudribbeln, statt sofort abzuspielen oder nach dem Trainer zu schauen.

Spielpraxis braucht Spieltermine, und gerade in U9 bis U11 sind Kleinfeld-Turniere das passende Format: kurze Spielzeit, viele Spiele, viele 1-gegen-1-Situationen pro Kind. Mehr als jedes Punktspiel.

Wer den Planungsaufwand minimieren will und schnell ein eigenes Turnier organisieren möchte, nutzt ein Tool wie AreaCopa und spart sich die Excel-Tabellen für Spielplan und Tabelle. Die Kinder spielen, du coachst, die Software rechnet. Eine Schritt-für-Schritt-Vorlage von der Einladung bis zur Siegerehrung steht in der Fußballturnier-Checkliste.

Wenn das Dribbling sitzt, im Spiel aber trotzdem keine Tore fallen, ist das nächste Trainings-Thema der Torabschluss, nicht mehr das Eins-gegen-Eins. Drei 5-Minuten-Drills für gezieltes Torschuss-Training bauen darauf auf, ohne den ganzen Trainingsplan umzukrempeln.

Ein Sichtungstraining ist außerdem ein guter Anlass, die Dribbling-Fortschritte gezielt zu beobachten. Worauf du dabei achten kannst, steht im Artikel zum Sichtungstraining im Jugendfußball.

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Checkliste zum Download

Die neun Praxisübungen plus der 60-Minuten-Trainingsplan aus diesem Artikel als druckbare PDF. Heft sie ans Klemmbrett, damit du an der Seitenlinie nicht jeden Aufbau aus dem Kopf rekonstruieren musst.

Dribbling-Übungen U9, U10, U11 – Checkliste60-Minuten-Trainingsplan und neun PraxisübungenPDF herunterladen

Quellen

  • Wein, H.: Spielintelligenz im Fußball. Beleg für Funino, Kleinfeld-Spielformen und die Kontakt-Multiplikation im 4-gegen-4.
  • DFB: Tipps für Bambini, F-, E- und D-Jugend (Münchener Fußballschule, DFB-Trainerleitfaden). Begründet "mindestens 50 % Abschlussspiel", Ein-Ball-pro-Spieler-Regel und "keine langen Erklärungen, keine Schlangen".
  • DFB: Wettbewerbsformen im Kinderfußball, Stand 09/2024. Bestätigt die Spielformen 3-gegen-3, 5-gegen-5 und 7-gegen-7 für G- bis E-Jugend.
  • Piri, N. et al. (2026): Game-based learning strategies to enhance tactical awareness in youth football. Health, Sport, Rehabilitation 12(3). Systematisches Review zur Wirksamkeit von Spielformen.
  • Roth, K., Memmert, D. (2002): Sportspielübergreifende Talentförderung. BISp-Jahrbuch. Spieltestsituationen als Diagnoseinventar für Spielintelligenz und Kreativität im Kleinfeld.
  • Gedankenvorsprung durch Positionsspiele (Wein-Schule). Konkrete Zahl: 4-gegen-4 = fünfmal so viele Ballkontakte wie 11-gegen-11.