Dein Jahrgang ist letzte Saison noch im 7 gegen 7 angetreten, ein Tor war fünf Meter breit, das Feld 55 mal 35 Meter, und Abseits gab es nicht. Jetzt steht der Wechsel in die D-Jugend an, und plötzlich heißt das: 9 gegen 9 auf einem Feld, das fast doppelt so groß ist, zwei zusätzliche Positionen pro Mannschaft, Abseits, Rückpassregel, 2 mal 30 Minuten. Das ist kein 11 gegen 11 mit zwei Spielern weniger, sondern eine eigene Spielform mit eigener Logik.
Dieser Artikel führt dich durch alles, was du als neuer D-Jugend-Trainer wirklich wissen musst:
- das 9er-Feld mit allen Maßen und die Regeln: was der DFB vorgibt und was dein Landesverband daraus macht
- die Ausbildungsziele für diese Altersklasse
- die zwei Standard-Aufstellungen 3-2-3 und 3-3-2 mit Stärken und Schwächen
- vier weitere 9er-Aufstellungen im Vergleich
- eine Entscheidungshilfe für deinen Kader
- einen Vier-Wochen-Plan für den Einstieg
9er-Feld: Maße, Spielfeldgröße und Regeln der D-Jugend
Das 9er-Feld der D-Jugend auf einen Blick, mit dem Rahmen des DFB und den Werten zweier Landesverbände:
| Merkmal | DFB | Bayern (BFV) | Württemberg (wfv) |
|---|---|---|---|
| Spielfeld | „16er zu 16er" oder mind. 50 × 68 m; Trainingsempfehlung etwa 70 × 50 m | von Strafraum zu Strafraum, 49 m breit | 70 × 55 m, ± 5 m |
| Tor | 5 × 2 m | 5 × 2 m, optional 6,20 × 2,10 m | 5 × 2 m |
| Strafraum | 12 × 29 m (Trainingsempfehlung) | 12 m tief | Strafraum ist zugleich Torraum |
| Strafstoßpunkt | 9 m (Trainingsempfehlung) | 9 m | 9 m |
| Ball | Größe 4 oder 5, 350 g | keine Angabe | Größe 4 oder 5, 350 g |
| Spieldauer | 2 × 30 min | 2 × 30 min | 2 × 30 min |
| Spieler | bis zu 9 | 9 inklusive Torwart | 9 gegen 9 |
| Auswechslungen | keine Vorgabe | bis zu 5 Spieler, Rückwechsel auf Bezirks- und Kreisebene | beliebig |
| Abseits | Großfeldregeln (Trainingsempfehlung) | ja | ja |
| Rückpassregel | Großfeldregeln (Trainingsempfehlung) | ja | ja |
Zum Feld sagt die DFB-Jugendordnung nur: „16er zu 16er" oder mindestens 50 mal 68 Meter. Die genauen Maße stehen in den Trainingsempfehlungen des DFB (etwa 70 mal 50 m, Strafraum 12 mal 29 m) und bei den Landesverbänden: Bayern markiert 49 Meter Breite, Württemberg 70 mal 55 Meter mit fünf Metern Toleranz. Was bei dir gilt, steht in den Durchführungsbestimmungen deines Verbands.
9er-Feld aufbauen: von 16er zu 16er
„Von 16er zu 16er" heißt: Die Strafraumlinien des Großfelds werden zu den Torlinien des 9er-Felds. Auf einem 105 Meter langen Platz bleiben zwischen den beiden Strafräumen 72 Meter, auf kürzeren Plätzen entsprechend weniger; daher das „rund 70 Meter". So baust du auf:
- Tore (5 × 2 m) mittig auf die beiden 16er-Linien stellen und gegen Kippen sichern.
- Seitenlinien nach innen rücken. In Bayern ist das Feld 49 Meter breit, im Kreis Aachen rückt jede Seitenlinie fünf Meter ein, in Württemberg sind 55 Meter mit fünf Metern Toleranz vorgesehen.
- Strafraum zwölf Meter vor jedem Tor markieren. Nach der DFB-Trainingsempfehlung ist er 29 Meter breit, das sind zwölf Meter neben jedem Pfosten.
- Strafstoßpunkt neun Meter vor der Tormitte setzen.
In Bayern darfst du die Linien mit flachen Hütchen kennzeichnen. Das spart am Spieltag das Abkreiden, wenn danach ein Großfeldspiel auf demselben Platz läuft.
Was in Bayern gilt: die BFV-Regeln im 9 gegen 9
Der BFV regelt das 9 gegen 9 der D-Junioren in § 51 seiner Jugendordnung (Stand 16.07.2026). Das Feld reicht von Strafraum zu Strafraum und ist 49 Meter breit. Die Tore sind 5 × 2 Meter groß, wahlweise 6,20 × 2,10 Meter. Der Strafraum ist 12 Meter tief, der Strafstoß wird aus 9 Metern geschossen. Gespielt wird mit neun Spielern inklusive Torwart über 2 mal 30 Minuten.
Für alles Weitere verweist der BFV auf die Großfeldregeln. Daraus folgen Abseits und Rückpassregel. Nach § 20 dürfen bis zu fünf Spieler ausgewechselt werden; auf Bezirks- und Kreisebene dürfen sie auch wieder ins Spiel.
Wie du die Wechsel so verteilst, dass jeder Spieler mindestens 50 Prozent Spielzeit bekommt, zeigt Spielzeit fair verteilen im Jugendfußball, inklusive Wechselkarten-Vorlage.
E-, D- und C-Jugend im Vergleich
Was sich gegenüber dem 7er-Feld ändert und was in der C-Jugend dazukommt:
| Merkmal | E-Jugend (7v7) | D-Jugend (9v9) | C-Jugend (11v11) |
|---|---|---|---|
| Feldgröße | ca. 55 × 35 m | ca. 70 × 50 m | ca. 105 × 68 m |
| Tor | 5 × 2 m | 5 × 2 m | 7,32 × 2,44 m |
| Strafraum | je nach Verband | 12 × 29 m | 16,5 × 40,3 m |
| Strafstoßpunkt | 9 m | 9 m | 11 m |
| Ball | Größe 4 (350 g) | Größe 4 oder Leichtball Größe 5 (350 g) | Größe 5 (410–450 g) |
| Spielzeit | 4 × 15 oder 2 × 25 min | 2 × 30 min | 2 × 35 min |
| Abseits | nein | ja | ja |
| Rückpassregel | je nach Verband | ja | ja |
| Auswechslungen | beliebig | je nach Verband: Bayern bis zu 5 Spieler, Württemberg unbegrenzt | je nach Klasse |
Wie die 2 mal 30 Minuten der D-Jugend im Vergleich zu den anderen Jahrgängen liegen und wie lange eine Verlängerung dauern darf, zeigt die Tabelle zur Spielzeit im Jugendfußball.
Spielfeldgrößen im Vergleich: E-, D- und C-Jugend
Der Sprung vom 7 gegen 7 zum 9 gegen 9 und weiter zum 11 gegen 11, maßstabsgetreu
Quelle: DFB-Jugendordnung, § 8 und Anhang IV (Stand 21. August 2026); DFB-Trainingsempfehlungen zum 9 gegen 9
Vom 7er zum 9er-Fußball: der Sprung in die D-Jugend
Im 7 gegen 7 der E-Jugend spielen sechs Feldspieler vor einem Torwart, die Abseitsregel ist aufgehoben, das Feld ist überschaubar, und ein Stürmer kann mit drei Sprints am Strafraum stehen. Im 9 gegen 9 sind das acht Feldspieler, das Feld ist rund 70 mal 50 Meter groß, und der schnelle Stürmer steht plötzlich ständig im Abseits, wenn er nicht lernt, sich zurückzustaffeln.
Die DFB-Jugendordnung empfiehlt den Landesverbänden für die D-Jugend drei Spielformen: ein 7 gegen 7 auf etwa 50 mal 65 Metern, das 9 gegen 9 „von 16er zu 16er" und ein 8 gegen 8 quer auf einer Großfeld-Hälfte (Außenlinie zu Außenlinie). Eine Rangfolge nennt sie nicht. Welche Formate es gibt, legt der Landesverband fest; in mehreren Verbänden meldet der Verein jede Mannschaft als 9er oder 7er. Das 9 gegen 9 wird seit 2011/12 bundesweit gespielt und bildet den Schwerpunkt dieses Artikels.
Konkret ändert sich für deine Spieler:
- Die Spielfläche wächst von gut 1.900 auf rund 3.500 Quadratmeter, also um rund 80 Prozent
- Es gibt eine echte Verteidigungslinie, ein Mittelfeld und einen Angriff
- Abseits gilt, also lernt jeder Stürmer das Timing seiner Laufwege neu
- Die Rückpassregel zwingt deinen Torwart zum Spielaufbau mit dem Fuß
- 2 mal 30 Minuten Spieldauer erfordern eine Konditionssteuerung, die im 7 gegen 7 niemand brauchte
Das 9 gegen 9 ist vom DFB bewusst als Zwischenstufe konzipiert worden, damit Kinder nicht direkt vom 7er-Format auf das Großfeld geworfen werden. Genau darin liegt deine Aufgabe als Trainer: das Format als eigenständige Spielform behandeln und nicht als Schmalspur-Großfeld.
9er-Fußball-Taktik: was D-Jugend-Spieler lernen sollen
Der DFB hat das 9 gegen 9 nicht als Mini-11er eingeführt, sondern als eigene Ausbildungsstufe. Drei Schwerpunkte lassen sich aus seinen Trainingsempfehlungen ableiten. Wenn du verstehst, was deine Spieler in dieser Altersstufe lernen sollen, fällt die Formations-Entscheidung später leichter.
- Dreiecke bilden. Drei Spieler im Raum bieten zwei Anspielstationen für den Ballbesitzer. Das schult die Wahrnehmung, das Stellungsspiel und die Spieleröffnung weit besser als zwei parallel laufende Linien.
- Ballorientiertes Verschieben. Die ganze Mannschaft bewegt sich gemeinsam mit dem Ball. Das ist die Vorstufe zur Raumdeckung im 11 gegen 11 und kommt im 7 gegen 7 wegen der Feldgröße kaum vor.
- Viele 1-gegen-1-Situationen. Auf 70 mal 50 Metern haben die Spieler genug Raum, um in Duelle zu kommen, ohne sofort vom Gegenspieler erstickt zu werden. Genau dort entwickeln sich Technik und Durchsetzungsvermögen.
Zu diesen drei Punkten passt eine Abwehr mit drei Verteidigern besser als eine flache Vierer. Beide Grundordnungen, die der DFB für das 9 gegen 9 vorstellt, spielen so.
Dreierkette oder Viererkette im 9 gegen 9?
Beide Standard-Formationen im 9 gegen 9 setzen auf drei Verteidiger plus Torwart. Das hat einen einfachen Grund: Drei nebeneinander stehende Verteidiger üben automatisch ballorientiertes Verschieben, ohne dass du es großartig erklären musst. Der ballnahe Verteidiger attackiert, die beiden anderen rücken zur Mitte und sichern ab. Das ist exakt der Mechanismus, den deine Spieler später in der C-Jugend in der Viererkette brauchen.
Eine Zweierkette dagegen erzeugt zu wenig Tiefenstaffelung: Wird ein Verteidiger ausgespielt, ist der zweite isoliert, und der Torwart hat 12 Meter Strafraum zwischen sich und dem nächsten Mitspieler. Das ist ein Konzept aus dem 7 gegen 7, das im 9 gegen 9 nicht skaliert.
Und die Viererkette? Vier Verteidiger stehen auf rund 50 Metern Breite sicher, binden aber die Hälfte deiner acht Feldspieler in der Abwehr. Davor bleiben vier Spieler für Mittelfeld und Angriff, Dreiecke entstehen seltener, und die Außenverteidiger haben kaum Raum zum Nachrücken. Als Ausblick auf die C-Jugend hat sie ihren Platz, als Grundordnung für die ganze Saison nicht.
Aufstellung 3-2-3: das offensive Spielsystem im 9 gegen 9
3-2-3 auf dem Spielfeld
Torwart, Dreierkette, zwei Sechser, drei Angreifer
Aufbau: Torwart, drei Verteidiger in einer Linie, zwei Sechser leicht versetzt vor den Nahtstellen der Abwehr, drei Angreifer in einer Linie über die ganze Breite.
Spielidee: Das 3-2-3 ist die offensivste der Standard-Formationen. Die drei Stürmer bieten dem Aufbauspiel drei Anspielstationen in der Spitze. Die versetzten Reihen erzeugen viele natürliche Dreiecke, in denen sich Kombinationsspiel fast von selbst entwickelt.
Vorteile:
- Ausgewogene Feldbesetzung in Breite und Tiefe
- Drei vordere Anspielstationen, ideal für schnelles Umschalten
- Dreiecksbildung passt zur DFB-Empfehlung „Dreiecke bilden"
- Hohes Pressing möglich, weil drei Stürmer auf drei gegnerische Verteidiger Druck ausüben
- Fördert offensiv denkende Spieler, was in dieser Altersklasse gewollt ist
Nachteile:
- Die zwei Sechser sind die meistlaufenden Spieler im Team und müssen taktisch reif sein
- Bei Ballverlust ist der Konter über die Mitte schwer zu verteidigen, weil das Zentrum nur doppelt besetzt ist
- Funktioniert nur, wenn die Außenstürmer bereit sind, mit nach hinten zu arbeiten
- Kondition: die zwei Sechser laufen pro Spiel deutlich mehr als alle anderen Positionen
Wann passt es: Wenn du zwei spielintelligente Sechser hast, deine Mannschaft technisch versiert ist, und du eine offensive Spielidee verfolgen willst. Der DFB stellt das 3-2-3 neben dem 3-3-2 als Grundordnung für das 9 gegen 9 vor.
Aufstellung 3-3-2: das ausgewogene Spielsystem
3-3-2 auf dem Spielfeld
Torwart, Dreierkette, dreiköpfiges Mittelfeld, zwei Stürmer
Aufbau: Torwart, drei Verteidiger in einer Linie, drei Mittelfeldspieler in einer Linie davor, zwei Stürmer auf den halbrechten und halblinken Positionen.
Spielidee: Das 3-3-2 ist die ausgewogenste 9er-Formation. Zwei Dreierreihen erzeugen kompakten Defensivverbund, das Angriffsspiel läuft vor allem über die Flügel des Mittelfelds, wo sich Außenverteidiger einschalten können, um Überzahl zu erzeugen.
Vorteile:
- Sehr gute Raumdeckung in Breite und Tiefe
- Doppelte Absicherung auf den Flügeln in der Defensive
- Klare Aufgabenverteilung: Mittelfeld arbeitet beide Richtungen, Stürmer fokussieren auf den Strafraum
- Zwei Stürmer können kreuzen, einer kann sich fallen lassen, das schult variables Sturmspiel
- Defensiv stabiler als 3-2-3 bei Kontern über die Mitte
Nachteile:
- Nur zwei Anspielstationen in der Spitze, das Aufbauspiel hat weniger Optionen
- Die Außenverteidiger müssen das Flügelspiel mittragen, sonst läuft sich das Mittelfeld tot
- Weniger natürliche Dreiecksbildung als beim 3-2-3, du musst es bewusster trainieren
- Bei aggressivem Gegenpressing droht im Mittelfeld Stau
Wann passt es: Wenn du robuste Außenverteidiger hast, ein laufstarkes Mittelfeld und zwei Stürmer, die gemeinsam denken können. Ideal für Mannschaften, die in der höheren Spielklasse antreten und Defensiv-Stabilität brauchen.
Weitere 9er-Aufstellungen: 3-4-1, 4-3-1, 3-1-3-1 und 2-3-3
Neben den zwei Standards tauchen in der Praxis vier weitere Aufstellungen auf:
3-4-1 (drei Verteidiger, vier Mittelfeldspieler, ein Stürmer). Die vier im Mittelfeld stehen meist als Raute oder mit zwei Zentralen und zwei Flügeln. Stark im Ballbesitz, weil im Zentrum fast immer ein Mitspieler frei ist. Schwäche: Die Flügelspieler laufen die ganze Seite allein ab, und der Stürmer muss Bälle festmachen können, bis das Mittelfeld nachrückt.
3-4-1: volles Mittelfeld
Drei Verteidiger, vier Mittelfeldspieler, ein Stürmer
4-3-1 (vier Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, ein Stürmer). Die defensivste der gängigen 9er-Aufstellungen. Sie zeigt deinen Spielern schon die Viererkette, die in der C-Jugend kommt. Schwäche: Vorne fehlt Personal, Tore fallen fast nur über nachrückende Außenverteidiger. Sinnvoll in den letzten Wochen der U13, nicht als Einstieg.
4-3-1: Viererkette als Ausblick
Vier Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, ein Stürmer
3-1-3-1 (drei Verteidiger, ein Sechser, drei Achter, ein Stürmer). Stark, wenn du einen außergewöhnlich spielintelligenten Sechser hast, der das Spiel vor der Abwehr ordnet. Schwäche: Der einzelne Stürmer wird in der Spitze oft isoliert.
3-1-3-1: vertikale Achse mit Solo-Stürmer
Drei Verteidiger, ein Sechser, drei Achter, ein Stürmer
2-3-3 (zwei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, drei Stürmer). Maximal offensiv, kommt in der Praxis fast nur gegen klar schwächere Gegner zum Einsatz. Schwäche: Die Zweierkette ist im 9 gegen 9 extrem fehleranfällig, weil ein einziger durchgesteckter Pass die Hälfte deiner Abwehr aushebelt. Für die Ausbildung empfehle ich es nicht, höchstens als gelegentliches Druck-System.
2-3-3: maximales Druck-System
Zwei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, drei Stürmer
Welche 9er-Aufstellung passt zu deiner Mannschaft?
Die sechs Aufstellungen im Vergleich:
| Aufstellung | Stärke | Schwäche | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| 3-3-2 | kompakt, einfach zu erklären | nur zwei Anspielstationen vorn | du neu in der D-Jugend bist |
| 3-2-3 | viele Dreiecke, hohes Pressing | Zentrum nur doppelt besetzt | du zwei reife Sechser hast |
| 3-4-1 | Überzahl im Mittelfeld | Stürmer allein, Flügel laufintensiv | dein Team den Ball halten kann |
| 4-3-1 | sicher gegen Konter | wenig Personal im Angriff | der Wechsel aufs Großfeld ansteht |
| 3-1-3-1 | starke Mittelachse | hängt an einem Spieler | du einen überragenden Sechser hast |
| 2-3-3 | maximaler Druck nach vorn | Zweierkette fehleranfällig | du gelegentlich Druck machen willst |
Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Hast du zwei spielintelligente Sechser? Ja: 3-2-3. Nein: 3-3-2 ist verzeihender, weil drei Mittelfeldspieler einen schwächeren Sechser stützen.
- Wie stark sind deine Außenverteidiger? Stark und offensiv mitspielbereit: 3-3-2 bringt das Maximum aus ihnen heraus. Schwach im Stellungsspiel: 3-2-3, weil die drei Stürmer das Flügelspiel selbst übernehmen.
- Was ist dein zentraler Stürmer für ein Typ? Wendiger 1-gegen-1-Spieler: 3-2-3 mit drei Anspielstationen liefert ihm Pässe in den Lauf. Strafraum-Tankstürmer mit Kopfball: 3-3-2 mit Hereingaben von beiden Flügeln.
Wenn du gerade zum ersten Mal eine D-Jugend übernimmst, ist das 3-3-2 die sicherere Wahl: einfacher zu erklären, defensiv stabiler, gibt dir Zeit, deinen Kader kennenzulernen. Das 3-2-3 lohnt sich, sobald du nach drei bis vier Monaten weißt, welche Spieler die Sechs-Position taktisch wirklich tragen können.
Die ersten 4 Wochen mit dem neuen Jahrgang
Ein konkreter Trainingsplan für den Übergang aus dem 7 gegen 7:
Woche 1: Feldgewöhnung. Jede Einheit beginnt mit zehn Minuten freiem Spiel auf dem D-Jugend-Feld, ohne Vorgaben. Die Spieler sollen die neuen Distanzen körperlich erfahren: Wie weit ist es vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum? Wie viel Kraft kostet ein Sprint von Mittellinie bis Strafraum? Konditionelle Belastung bewusst gering halten, das Feld macht die Arbeit.
Woche 2: Positionsverständnis. Jede Position einmal durch jeden Spieler durchrotieren lassen. Auch der spätere Stürmer spielt eine Trainingsphase als Innenverteidiger. Das verhindert, dass du in Woche 3 schon Positionen einbetonierst, und es passt zur Linie des DFB, in diesem Alter taktisch variabel auszubilden und nicht zu früh auf Positionen festzulegen.
Woche 3: Spielsituationen. Standardsituationen üben: Spielaufbau aus dem eigenen Strafraum, Verschieben der Dreierkette, Eckball-Verteidigung. Hier auch zum ersten Mal Abseits in einer Übungsform thematisieren.
Woche 4: Erstes Pflichtspiel. Mit klarer Formation antreten (Empfehlung: 3-3-2), aber das Ergebnis ist sekundär. Nach dem Spiel kurz besprechen, was an der neuen Spielform funktioniert hat und was nicht. Erwarte, dass das erste Spiel chaotisch wird, das ist Teil des Lernens.
Typische Fehler beim Übergang ins 9 gegen 9
Fünf Stolperfallen, die fast jeder erste D-Jugend-Trainer macht:
- Zu früh wie 11 gegen 11 trainieren. Das 9 gegen 9 ist eigenständig, kein Mini-Großfeld. Eine flache Vierer mit Doppelsechs zu üben, weil es „richtiger Fußball" ist, verbrennt deine Trainings-Zeit.
- Positionen einbetonieren. Wer Spieler in Woche 1 als „Verteidiger" oder „Stürmer" festlegt, schließt die in dieser Altersklasse wichtige Polyvalenz aus. Rotation gehört in diesem Alter dazu.
- Torwart isolieren. Mit der Rückpassregel muss dein Torwart zum neunten Feldspieler werden. Wer ihn nur Bälle fangen lässt, vergeudet die wichtigste Position für den Spielaufbau im 9 gegen 9.
- Konter-Absicherung vergessen. Beim 3-2-3 sind die zwei Sechser für Restverteidigung verantwortlich. Wenn du das nicht trainierst, kassierst du in jedem Spiel zwei bis drei Konter über die Mitte. Eine Restverteidigung-Schulung zahlt sich ab Woche 4 aus.
- Flügelspieler vergessen. Im 3-3-2 sind die äußeren Mittelfeldspieler die wichtigsten Spieler überhaupt. Wer sie nur in der Defensive einsetzt, verschenkt das gesamte Angriffsspiel.
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9 gegen 9 ist eine eigene Spielform
Wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst: Das 9 gegen 9 ist nicht „11 gegen 11 mit zwei Spielern weniger", sondern eine bewusst konzipierte Ausbildungsstufe mit eigener Logik. Dreierkette als Defensiv-Fundament, 3-3-2 als sichere Einstiegs-Formation, 3-2-3 für die offensiv-ausgerichtete Spielidee, und ein klarer Vier-Wochen-Plan für den Übergang aus dem 7 gegen 7.
Die Spielformen-Reform 2026 für die G-, F- und E-Jugend hat die D-Jugend nicht umgekrempelt, aber leicht aufgefächert: Die DFB-Jugendordnung empfiehlt neben dem 9 gegen 9 inzwischen auch 8 gegen 8 quer und 7 gegen 7. Deine Aufgabe als Trainer ist, deine Spieler auf das vorzubereiten, was in der C-Jugend kommt: das volle 11 gegen 11.
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Mein erstes D-Jugend-Trainingsturnier auf AreaCopa planenKostenlos und ohne RegistrierungQuellen
Regeln und Maße in diesem Artikel stammen aus der DFB-Jugendordnung, den Trainingsempfehlungen des DFB und den Ordnungen zweier Landesverbände. Die Einschätzungen zu den Formationen sind meine eigenen.
- Deutscher Fußball-Bund (Stand: 21. August 2026). Jugendordnung, § 8, § 8a und Anhang IV, Teil 2. Spieldauer, Mannschaftsstärke, Torgröße, Ballgröße und die drei empfohlenen Spielformen der D-Jugend.
- Deutscher Fußball-Bund. 9 gegen 9 mit D-Junioren: Endlich gibt es Ballkontakte für alle! Feldmarkierung (etwa 70 × 50 m, Strafraum 12 × 29 m, Strafstoß aus 9 m), Einführung zur Saison 2011/12 und die Grundordnungen 3-2-3 und 3-3-2.
- Bayerischer Fußball-Verband (Stand: 16.07.2026). Jugendordnung, § 20 und § 51. Auswechslungen sowie 9 gegen 9 und 7-gegen-7-Zwillingsspiel in Bayern.
- Württembergischer Fußballverband (Saison 2026/27). Spielfelder Jugendfußball und Durchführungsbestimmungen Jugendfußball. Kompaktspielfeld 70 × 55 m, unbegrenzte Auswechslungen, Zuspielregel.
Die Anhang-Regeln des DFB sind für die D-Jugend Empfehlungen. Verbindlich sind die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands; dort stehen die Feldmaße, die Wechselregel und die zugelassenen Spielformen.



