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Einwurf im Fußball: Regeln, Fehler und Training
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Einwurf im Fußball: Regeln, Fehler und Training

Einwurf-Regeln im Fußball: was Regel 15 im Abwurfmoment verlangt, welche fünf Fehler daraus folgen, ab wann er gilt und wie du ihn trainierst.

Veröffentlicht am 13 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  • Regel 15 bindet alles an den Abwurfmoment: Gesicht zum Feld, Teil beider Füße am Boden, Ball beidhändig von hinten über den Kopf.
  • Ein falsch ausgeführter Einwurf kostet den Ball, eine zweite Ballberührung des Werfers gibt indirekten Freistoß.
  • Aus dem Einwurf kann kein Tor fallen und kein Abseits entstehen, und alle Gegner halten 2 Meter Abstand.
  • Beim DFB gilt der Einwurf erst ab dem Sieben-gegen-Sieben, in England erst ab U11, in Spanien dagegen schon ab U8.
  • Rückwärts geworfene Einwürfe halten den Ball in 83,5 Prozent der Fälle, nach vorn geworfene nur in 48,3 Prozent.

Die Einwurf-Regeln im Fußball passen auf eine halbe Seite, und trotzdem ist der Einwurf die Spielfortsetzung, die am häufigsten falsch ausgeführt und am seltensten geahndet wird. Der Grund steckt in der Konstruktion der Regel: Sie interessiert sich nicht dafür, wie der Spieler zum Ball kommt, sondern ausschließlich für einen einzigen Sekundenbruchteil.

Regel 15 bindet alles an einen einzigen Moment

Der entscheidende Satz im Regeltext lautet: "Beim Einwurf muss der einwerfende Spieler stehen und das Gesicht dem Spielfeld zuwenden, mit einem Teil jedes Fußes die Seitenlinie oder den Boden außerhalb der Seitenlinie berühren, den Ball mit beiden Händen von hinten über den Kopf an der Stelle einwerfen, an der der Ball das Spielfeld verlassen hat."

Vier Bedingungen, und alle vier werden zum selben Zeitpunkt geprüft. Ein Spieler darf zehn Meter Anlauf nehmen, sich drehen, den Ball in der Luft halten. Solange im Moment, in dem er den Ball loslässt, Gesicht, Füße, Hände und Ort stimmen, ist der Einwurf korrekt. Umgekehrt nützt die schönste Ausgangsstellung nichts, wenn der Spieler sich beim Wurf vom Boden löst.

Dazu kommt eine fünfte Bedingung, die erst nach dem Wurf greift: Der Ball ist im Spiel, sobald er sich innerhalb des Spielfelds befindet. Berührt er vorher den Boden, wird der Einwurf wiederholt, und zwar von derselben Mannschaft an derselben Stelle. Das ist keine Strafe, sondern eine Wiederholung.

Was der Werfer im Abwurfmoment erfüllen muss

Stand und Ausrichtung. Der Werfer steht und wendet das Gesicht dem Spielfeld zu. "Stehen" schließt das Knien und das Sitzen aus, nicht aber eine vorgebeugte Haltung. Die Ausrichtung ist großzügiger, als viele Trainer annehmen: Der Körper muss zum Feld zeigen, nicht exakt zur Wurfrichtung.

Fußkontakt. Ein Teil jedes Fußes berührt die Seitenlinie oder den Boden außerhalb davon. Beide Füße also, und zwar mit Bodenkontakt. Die Formulierung "ein Teil" ist wichtig: Es genügt, wenn die Fußspitze die Linie berührt, die Ferse darf in der Luft sein.

Handhaltung und Wurfweg. Beide Hände am Ball, und der Ball kommt von hinten über den Kopf. Das ist eine Bewegungsbahn, keine Endposition. Ein Wurf, der erst über dem Scheitel beginnt, erfüllt sie nicht.

Ort. Eingeworfen wird an der Stelle, an der der Ball das Spielfeld verlassen hat. Eine Toleranz nennt der Regeltext nicht. In der Praxis wird ein Meter selten beanstandet, im Jugendbereich schon gar nicht, aber die Regel kennt diesen Spielraum nicht.

Was aus dem Einwurf nicht passieren kann

Drei Dinge sind ausgeschlossen, und alle drei sind in der Praxis relevanter, als sie klingen.

Ein Tor kann nicht direkt aus dem Einwurf fallen. Geht der Ball direkt ins gegnerische Tor, gibt es Abstoß. Geht er direkt ins eigene Tor, gibt es Eckstoß für den Gegner. Beide Richtungen sind geregelt, und der zweite Fall ist der, an den kaum jemand denkt.

Abseits gibt es bei direkter Annahme nicht. Regel 11 nennt Abstoß, Einwurf und Eckstoß ausdrücklich als die drei Situationen, nach denen ein Spieler den Ball direkt annehmen darf, ohne im Abseits zu stehen. Für das Angriffsspiel ist das ein Hebel, den viele Mannschaften nicht nutzen: Ein Stürmer darf beim Einwurf beliebig weit vorne stehen.

Alle Gegner halten mindestens zwei Meter Abstand zur Einwurfstelle auf der Seitenlinie. Das ist eine Pflicht des Gegners, nicht eine Bitte des Werfers.

Die fünf Fehler, die direkt aus der Regel folgen

Eine Vorbemerkung, die in die meisten Ratgeber zu diesem Thema nicht hineingeschrieben wird: Es gibt keine belastbaren Zahlen dazu, welcher Einwurffehler der häufigste ist. Weder der DFB noch der englische, spanische oder französische Verband veröffentlicht eine solche Statistik. Verbände publizieren den Regeltext und Einzelfälle, keine Häufigkeiten. Die folgende Liste ist deshalb aus dem Regeltext abgeleitet und in dessen Reihenfolge sortiert. Sie sagt, was falsch sein kann, nicht wie oft es vorkommt.

  1. Abgedreht eingeworfen. Der Körper zeigt beim Wurf nicht zum Spielfeld, meist weil der Spieler sich zur Anspielstation dreht statt den Ball dorthin zu werfen.
  2. Fuß angehoben oder abgesprungen. Der Klassiker bei weiten Einwürfen: Der Spieler holt Schwung und löst dabei einen oder beide Füße vom Boden. Sobald im Abwurfmoment ein Fuß frei ist, ist der Einwurf falsch.
  3. Vom Scheitel statt von hinten über den Kopf. Der Ball startet vor oder über dem Kopf und beschreibt keine Bahn von hinten. Das französische Schiedsrichter-Lehrblatt der UNAF nennt genau das als Hauptursache unregelmäßiger Einwürfe, allerdings als Beobachtung aus dem Jahr 2016 und nicht als erhobene Häufigkeit.
  4. Einhändig geworfen oder mit ungleicher Kraft. Eine Hand führt, die andere liegt nur auf. Formal sind beide Hände am Ball, der Wurf ist trotzdem angreifbar.
  5. Neben der Stelle eingeworfen. Der Spieler nimmt ein paar Meter Raumgewinn mit, meist in Richtung gegnerisches Tor.

Welche Strafe auf welchen Fehler folgt

Die Sanktionen sind kürzer als die Bedingungen, und sie unterscheiden drei Fälle.

Nicht korrekte Ausführung. Jeder Verstoß gegen die vier Bedingungen führt dazu, dass der Einwurf von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft ausgeführt wird. Der Ball wechselt also, es gibt keinen Freistoß.

Zweite Ballberührung des Werfers. Berührt der Werfer den Ball erneut, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat, gibt es indirekten Freistoß. Geschieht diese zweite Berührung mit der Hand, wird daraus ein direkter Freistoß, und im eigenen Strafraum ein Strafstoß. Die Ausnahme: War der Werfer der Torhüter, bleibt es beim indirekten Freistoß.

Störung durch den Gegner. Wer den Werfer unfair ablenkt oder behindert, und dazu zählt auch das Unterschreiten der zwei Meter, wird verwarnt. Ist der Einwurf bereits ausgeführt, gibt es zusätzlich indirekten Freistoß.

Ab welcher Altersklasse der Einwurf überhaupt gilt

Wer in Deutschland eine F-Jugend trainiert, braucht diesen Artikel nicht, denn dort gibt es keinen Einwurf mehr. Der DFB hat die Spielfortsetzung in den kleinen Spielformen durch Einschießen und Eindribbeln ersetzt, seit der Saison 2024/25 bundesweit verbindlich. Erst im Sieben-gegen-Sieben taucht der Einwurf auf.

Entscheidend ist dabei die Spielform, nicht der Jahrgang. Die E-Jugend spielt laut DFB wahlweise Fünf-gegen-Fünf oder Sieben-gegen-Sieben. Dieselbe Altersklasse hat also im Fünf-gegen-Fünf keinen Einwurf und im Sieben-gegen-Sieben einen. Wer wissen will, ob seine Mannschaft betroffen ist, schaut auf das Spielformat der Staffel und nicht auf das Geburtsjahr. Mehr zu den dahinterliegenden Formaten steht in unserem Überblick zu den Spielformen im Kinderfußball.

Was beim Blick über die Grenze auffällt: Die Verbände sind sich einig, dass der Einwurf für kleine Kinder nicht die richtige Spielfortsetzung ist. Sie sind sich überhaupt nicht einig darüber, was daraus folgt.

VerbandEinwurf gilt abDarunterAbstand
DFBSieben-gegen-Sieben, E-Jugend (Landesverbände weichen ab, siehe unten)Einschießen oder Eindribbeln
ÖFBSiebener-Fußball, U11Eindribbeln oder Pass3 Schrittlängen
Schweizkeine feste GrenzeHand, Flachpass oder Dribbling zur Wahl3 Meter
EnglandU11, Neun-gegen-NeunPass oder Eindribbeln5 Yards
Spanienkeine Grenze, gilt bis U8nichts, aber Wiederholung statt Strafe2 Meter
FrankreichU10 und U11, Achter-FußballTouche am Fuß: Pass oder Eindribbeln4 Meter

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass bei der Schweiz und bei Spanien keine Altersgrenze steht. Das ist kein Fehler in der Tabelle: Dort gibt es keine. Die Verbände beantworten die Frage „ab wann wird eingeworfen" auf drei grundverschiedene Arten, und nur die erste ist überhaupt eine Jahreszahl.

Erstens: Der Einwurf wird unterhalb einer Grenze ersetzt. So machen es DFB, ÖFB, England und Frankreich. Darunter schießt oder dribbelt das Kind den Ball ein, ab der Grenze wird geworfen. Diesen Fall haben die meisten Trainer im Kopf.

Zweitens: Der Einwurf ist erlaubt, aber nicht vorgeschrieben. So macht es die Schweiz. Bis einschließlich der Junioren D darf die Mannschaft wählen: mit der Hand einwerfen, flach einpassen oder eindribbeln. Kein Stichtag also, sondern eine Wahlfreiheit, die irgendwann endet.

Drittens: Der Einwurf gilt, aber ein Fehler kostet nichts. So macht es Spanien. Geworfen wird bis hinunter zur jüngsten Altersklasse, bestraft wird der Fehler aber nicht. Der Schiedsrichter erklärt ihn und lässt neu werfen. Den Ball verliert die Mannschaft erst beim zweiten Mal.

Und noch eine Einschränkung, die zeigt, wie wenig verlässlich der Blick auf ein einzelnes Verbandsdokument ist: In England widerspricht eine Handreichung auf County-Ebene dem nationalen Handbuch. Das nationale Dokument streicht den Einwurf für U7 bis U10 ohne Ausnahme, die County-Fassung lässt ihn bei U10 ausdrücklich zu. Wer in England pfeift oder coacht, schaut also zusätzlich ins Dokument seines Bezirks.

Anlauf, Sprung und Flip: was erlaubt ist

Hier zahlt sich aus, dass Regel 15 nur einen Zeitpunkt regelt. Aus dem Wortlaut folgt unmittelbar:

Anlauf ist erlaubt. Die Regel sagt über den Weg zum Ball nichts. Ein Spieler darf anlaufen, so weit er will.

Der Sprung-Einwurf ist nicht erlaubt. Löst sich im Moment der Ballabgabe auch nur ein Fuß vom Boden, fehlt eine der vier Bedingungen, und der Einwurf geht an den Gegner. Das ist der Punkt, an dem lange Einwürfe im Jugendbereich regelmäßig scheitern.

Der Flip-Einwurf ist nach dem Wortlaut zulässig, solange der Spieler im Abgabemoment mit einem Teil jedes Fußes Boden- oder Linienkontakt hat und der Ball beidhändig von hinten über den Kopf kommt. Wer die Bewegung sauber beherrscht, erfüllt das.

Was ein Einwurf statistisch einbringt

Eine Auswertung von 16.154 Einwürfen aus einer kompletten Premier-League-Saison liefert die klarste Zahl zum Thema. 83 Prozent der Einwürfe führten zu einem erfolgreichen ersten Kontakt der eigenen Mannschaft, 54 Prozent zu behaltenem Ballbesitz, und 8,8 Prozent mündeten in einen Torschuss aus dem so gewonnenen Ballbesitz.

Interessanter als die Gesamtzahl ist die Aufschlüsselung nach Wurfrichtung:

RichtungErster KontaktBallbesitz gehalten
rückwärts99,5 %83,5 %
seitlich89,2 %64,0 %
nach vorn67,6 %48,3 %

Eine Folgestudie über fünf Ligen mit 71.220 Einwurfphasen bestätigt das Muster: rückwärts 92,13 Prozent Ballbesitzerhalt, seitlich 71,20 Prozent, nach vorn 49,75 Prozent. Sie fügt einen zweiten Hebel hinzu, der nichts mit Technik zu tun hat: Schnelligkeit. Einwürfe, die innerhalb von fünf Sekunden ausgeführt wurden, erreichten in 94,4 Prozent der Fälle den ersten Kontakt, solche nach mehr als fünfzehn Sekunden nur in 78,31 Prozent.

Für die Praxis heißt das: Der weite Einwurf in den Strafraum ist die auffälligste, aber nicht die ertragreichste Variante. Dieselbe Logik kennst du aus den Eckball-Varianten im Jugendfußball, wo die kurze Ausführung ebenfalls unterschätzt wird.

So trainierst du den Einwurf

Technik. Die fünf Fehler aus Abschnitt vier ergeben die Korrekturliste. Zwei Spieler werfen sich über fünf bis acht Meter zu, der dritte steht seitlich und prüft in fester Reihenfolge: Ausrichtung, Füße, Wurfbahn, Hände, Ort. Nach zehn Würfen wird gewechselt. Der Wert der Übung liegt nicht im Werfen, sondern in der Beobachterrolle, weil der Prüfende die Regel anwenden muss statt sie nur zu hören.

Weite. Hier gibt es eine belastbare Zahl. Eine kontrollierte Studie in der spanischen Fachzeitschrift Retos hat 2024 beidhändiges Überkopfwerfen mit dem Medizinball über vier Wochen untersucht, mit je fünfzehn Spielern in Experimental- und Kontrollgruppe und einem Durchschnittsalter von rund sechzehn Jahren. Die Wurfweite beim Einwurf stieg um 8,2 Prozent, die Winkelgeschwindigkeit des Wurfarms um knapp 15 Prozent. Die Kontrollgruppe verbesserte sich nicht signifikant.

Wichtig ist die Einordnung: Die Studie arbeitet mit Sechzehnjährigen. Für jüngere Jahrgänge ist die Übertragung offen, und Zusatzlast gehört ohnehin in die Hand eines Trainers, der die individuelle Belastbarkeit kennt.

Taktik. Aus den Zahlen des vorigen Abschnitts folgt ein unbequemer Trainingsschwerpunkt. Wenn rückwärts und seitlich geworfene Bälle den Ball halten und lange Bälle nach vorn ihn mehrheitlich verlieren, dann ist die wichtigste Trainingsaufgabe nicht die Wurfweite, sondern die Anspielstation hinter dem Werfer. Zwei Dinge lassen sich unmittelbar üben: eine verlässliche Rücklaufbewegung zum Werfer, und die Fünf-Sekunden-Marke, also den Ball aufnehmen und ausführen, ohne auf die perfekte Lösung zu warten.

Umgekehrt gilt für die verteidigende Mannschaft die Empfehlung der Premier-League-Auswertung: hoch anlaufen und die Rückwärts- und Seitwärtsoptionen zustellen, damit dem Gegner nur der lange Ball nach vorn bleibt.

Wer diese Dinge über eine ganze Turniersaison sauber durchziehen will, braucht vor allem eines: genug Spiele, in denen sie vorkommen, und einen Spielplan, der nicht im letzten Moment entsteht.

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Quellen

Die Regelzitate stammen aus dem DFB-Regelheft "Fußball-Regeln 2025/2026" und der offiziellen IFAB-Ausgabe derselben Saison. Die Altersgrenzen stammen aus den jeweiligen Verbandsdokumenten der Saison 2025/26, die Spielanalysezahlen aus Stone, Smith und Barry (International Journal of Sports Science and Coaching, 2021), Stone, Kubayi, Smith und North (International Journal of Performance Analysis in Sport, 2025) sowie Casal und Kollegen (PLOS ONE, 2023). Die Trainingsstudie ist Syafii und Kollegen, Retos 54 (2024).

Häufig gestellte Fragen

Darf ich beim Einwurf Anlauf nehmen?
Ja. Regel 15 stellt ihre Bedingungen ausschließlich auf den Moment der Ballabgabe ab und sagt über den Weg dorthin nichts. Ein Anlauf ist deshalb erlaubt, solange beim Loslassen des Balls ein Teil jedes Fußes die Seitenlinie oder den Boden dahinter berührt. Ein Absprung, bei dem beide Füße in der Luft sind, erfüllt diese Bedingung nicht und kostet den Ball.
Ab welchem Alter gilt der Einwurf im Kinderfußball?
Das hängt vom Verband ab. Beim DFB taucht der Einwurf erstmals im Sieben-gegen-Sieben auf, darunter wird eingeschossen oder eingedribbelt. Der englische Verband hat ihn für U7 bis U10 ganz gestrichen und durch einen Pass oder ein Eindribbeln ersetzt. In Spanien gilt er dagegen bis hinunter zur Altersklasse prebenjamín, dort mit der Auflage, dass der Schiedsrichter Fehler erklärt und wiederholen lässt.
Kann man aus einem Einwurf direkt ein Tor erzielen?
Nein, in keine Richtung. Geht der Ball direkt ins gegnerische Tor, entscheidet der Schiedsrichter auf Abstoß. Geht er direkt ins eigene Tor, gibt es Eckstoß für den Gegner. Auch Abseits ist ausgeschlossen: Regel 11 nennt Abstoß, Einwurf und Eckstoß ausdrücklich als Situationen, nach denen ein Spieler den Ball direkt annehmen darf, ohne im Abseits zu stehen.
Was passiert, wenn der Werfer den Ball noch einmal berührt?
Dann gibt es indirekten Freistoß für den Gegner, sobald der Ball im Spiel war und kein anderer Spieler ihn zwischendurch berührt hat. Passiert die zweite Berührung mit der Hand, wird daraus ein direkter Freistoß, im eigenen Strafraum ein Strafstoß. Die einzige Ausnahme betrifft den Torhüter als Werfer, dann bleibt es beim indirekten Freistoß.
Wie trainiert man einen weiten Einwurf?
Eine kontrollierte Studie in der Zeitschrift Retos hat 2024 beidhändiges Überkopfwerfen mit dem Medizinball über vier Wochen getestet, mit je fünfzehn Spielern pro Gruppe. Die Wurfweite beim Einwurf stieg um 8,2 Prozent, die Winkelgeschwindigkeit des Wurfarms um knapp 15 Prozent. Die Kontrollgruppe verbesserte sich nicht signifikant. Weite ist allerdings selten das eigentliche Problem.